Gasthausbrauerei und Brennerei Nolte – Lüneburg

Öffnet eigentlich um 16 Uhr, aber auch um halb wurde immer noch kräftig geräumt. Ehrlich gesagt hatte ich die ganze Zeit das Gefühl irgendwie zu stören. Ich war ein dreiviertel Stunde lang dort und der einzige Gast. Die Gasthausbrauerei hat wenige Tische, die im Schankraum standen. Dazu Klubraum, Saal und Kebelbahn. Das Sud-, Gär- und Lagerhaus nimmt einen Großteil des Schankraums ein. Zudem steht im hinteren Teil noch eine Destille. Der Verkauf des Bieres erfolgt nur in den Siphons der Brauerei im Austausch. Der Wirt betont, dass die Brauerei nur deshalb 107 Jahre überlebt hat, weil das Bier in hygienisch einwandfreien Flaschen verkauft wird. Meine Meinung dazu ist bekannt, aber ich muss ja von dort kein Bier mit nach Hause nehmen.

http://www.gasthausbrauerei-nolte.de/

Mälzer Brau- und Tafelhaus – Die Biere

– Pils
Naturtrüb säuerlich im Geruch. Feinporig, mäßig haltbarer Schaum, intensives Hopfenaroma, trocken. Endlich mal ein Pils,  dass den Namen nahe kommt. Ein Pils ist halt per Definition klar und nicht naturtrüb. Aber in einer Gasthausbrauerei will ich ja gerade ein naturbelassenes Bier, dass ich dann aber als Naturtrübes bezeichnen würde. Aber ich habe schon dunkle, süße, malzige, naturtrübe Biere getrunken, die man mir auch als „Pils“ verkaufen wollte.
– Märzen
Kräftiges Bernstein, naturtrüb. Auch hier recht trocken und eine ausgewogene Bittere und zurückhaltend malzig. Ganz leichte Karamellnote und Säure. Ein super Bier, bei dem ich gern bleiben würde aber es treibt mich ja weiter.
– Doppelbock
Dunkel, leichte Trübung. Sehr schönes, ausgewogenes Bock. Leichte Süße und zurückhaltendes alkoholisches Aroma. Sattes Malz, das aber nicht aufdringlich ist. Sicher eines der besten dunklen Bockbiere die ich getrunken habe.

Mälzer Brau- und Tafelhaus – Lüneburg

In der historischen Innenstadt von Lüneburg liegt das Brauhaus Mälzer. Nebenan gibt es ein Brauereimuseum. Lüneburg ist eine Stadt mit einem traumhaft weichen Wasser und daher für ein Pils ideal. Bei meinem Eintreffen sind alle Tische ausgebucht. Zum Glück will ich nur was trinken und darf daher an der Theke Platz nehmen. Direkt am Eingang führt eine enge Wendeltreppe hinunter in ein Kellegewölbe. Ein sehr interessanter Ort, mit Kerzen beleutet. Muss man mal gesehen haben. Es ist ein bisschen laut, aber der junge Mann hinter der Theke ist trotz viel Arbeit und dauerklingelndem Telefon freundlich und beantwortet alle meine Fragen. Es gibt jetzt im Dezember drei Biere. Pils, Märzen und ein Doppelbock. Diese gibt es in einem Probierset mit Gläsern zu 0,2l, die ich wie immer zeitgleich ordere.

Gröninger Privatbrauerei – Die Biere

– Pils
Das, als Pils bezeichnete Bier ist bernstein und trüb, sehr malzig und vollmundig sowie sehr leicht gehopft. Das hat definitiv nichts mit einem Pils zu tun. Schmeckt aber trotzdem sehr gut.
– Winterbock
Der Bock ist enorm malzig. Dunkel, trüb und riecht auch sehr malzig. Er ist sehr vollmundig und hat eine wunderbare Textur. Er wurde erst handwarm geliefert, aber anstandslos gegen ein mit 15 Grad optimal temperierten Bock ausgetauscht. Der Deutsche Brauerbund e.V. empfielt für ein Bockbier 8-10°C, was ich persönlich aber für den Winterbock als viel zu kalt empfinde. Daher finde ich 15°C perfekt.
– Weizen
Bernstein fruchtig aber nicht bananig. Vollmundig mit mässiger Schaumstabilität. Es ist sehr süffig ohne Kanten und Erinnerungswert.

Gröninger Privatbrauerei Hamburg

Die Gasthausbrauerei liegt im Kellergeschoss und ist ein langer Schlauch. Ein Gewölbe, sehr schön und sauber. Am Eingang befindet sich eine Theke mit Fleisch und Beilagen, die man selbst mit an den Tisch nimmt. Das Bier wird von der Bedienung gebracht. Bei Ankunft der Gäste, die alle samt reserviert haben, herrscht ein Gewühl. Da ich nichts esse, wird mir ein Stehtisch zugewiesen.
Außer Haus wird nur das “Pils“ verkauft. Es wird in hausgebrandeten Siphons verkauft. Mitgebrachte werden nicht befüllt. Allerdings bekommt man das Pils in Flaschen zum mitnehmen.
Verschiedene Saisonbiere: Maibock, Märzen, Winterbock.

Brauhaus Joh. Albrecht – Die Biere

– Messing, ein Helles
Wow, Hammer! Was für ein Aroma super hefig und nußig, vollmundig. Erinnert an eine Goslarer Gose. Geruch leicht säuerlich, aber das geht bei dem Geschmack unter. Hell und trüb natürlich, mäßig haltbarer Schaum. Sicher eines der interessantesten Gasthausbrauerei-Biere, die ich im Norden getrunken habe.
– Kupfer, ein Dunkles
Dunkel, leicht trüb. Etwas haltbarerer Schaum. Leichter Karamell Geruch. Ich fass es nicht! So lecker! Karamell, Schoko, vielleicht einen Hauch von Koriander. Im Abgang Aromen von Karamell und Kaffee. Passt Super zum Käse (aber nicht zu den Trauben und Oliven).
– Weizen
Bernstein trüb. Leicht sauerer Geruch. Es fehlt die Frucht, was aber bei der Farbe nicht untypisch ist. Der Geschmack ist auch markant, sogar leicht rauchig. Sehr würzig und kantig. Ich liebe so was durchaus, aber ich fürchte, das wird nicht jeder so sehen. Neben mir hat eine Frau schon nach Zitonebrause verlangt. Also das Bier ist interessant, kantig aber möglicherweise nicht sonderlich kommerziell. Um so interessanter ist es, dass dieses Brauhaus eine Kette ist.

Brauhaus Joh. Albrecht – Hamburg

Joh. Albrecht betreibt fünf Gasthausbrauereien in Deutschland. Jedes Haus braut das Bier selber. Im Norden sind dies Häuser in Hamburg, Soltau und Bielefeld. Das Haus in Hamburg liegt direkt an der Adolphsbrücke am Alsterfleet. Der Service kommt in erträglichen Abständen vorbei und kommt zügig mit der Ware ums Eck. Das Brauhaus befüllt mitgebrachte 2l Siphons. Es gibt Saisonbiere, wenn auch nicht zur Zeit. Die Biere haben einen ganz besonders intensiven Hefegeschmack. Aber dazu mehr bei der Beschreibung der Biere.

Blockbräu – Die Biere

– Helles (von der Bedienung als Pils bezeichnet) Als erstes fällt auf, dass das Bier unfassbar kalt ist, man kann es kaum in der Hand halten. Es ist hell und naturtrüb. Der Geruch ist eine Mischung aus Karamell und Frucht, aber nur sehr verhalten und fein. Die Schaumhaltbarkeit ist sehr begrenzt. Der Geschmack ist sehr hefebetont, fein karamellig aber weniger fruchtig als der Geruch, dafür setzt sich im Abgang der Hopfen kräftig durch, wie es sich im Norden gehört. Das Bier ist sehr angenehm, mäßig trocken und aromatisch. Ich würde noch eines trinken, wenn ich nicht noch so viel vor mir hätte.

– Hefeweizen Bernstein und natürlich trüb. Dafür, dass es nicht so hell ist, hat man mit der Hefe genau die richtigen zurückhaltende Fruchtigkeit getroffen. Der Schaum ist auch beim Weizen wieder schneller weg als erwartet. Der Geschmack hält sich mit Ecken und Kanten zurück und hat damit das Zeug der Masse zu gefallen.

Blockbräu – Hamburg

Das Blockbräu in Hamburg wurde im April 2012 als erste Gasthausbrauerei der Block-Gruppe eröffnet. Zur Gruppe gehören auch 35 Block-House Restaurants. Es befindet sich im Gebäude der Landungsbrücken. Es gibt Sitzplätze mit Blick auf den Hafen in zwei Etagen und eine Terasse. Die Brauanlagen sind in den Gastraum integriert. Das Blockbräu ist auf Großgastronomie bis 1000 Gäste ausgelegt und erfüllt den Anspruch ohne erkennbare Hektik. Bedienungen sind ausreichend vorhanden und auch bei sich füllendem Haus noch sehr aufmerksam. Ich war begeistert und empfehle es gern weiter. Das Bier wird auch in Flaschen zum mitnehmen, oder in gebrandeten 2l Siphons im Austausch verkauft.

Brauhaus Felsenkeller – Die Biere

Ein super Angebot gibt es bei Rupp-Bräu: Alle Biere bekommt man in einem 0,1l Glas; aber nicht auf der Terasse, sondern nur drinnen. Warum konnte mir keiner erklären. So nun mal zu den Bieren, denn da geht es ja schließlich drum! Und weil es so viele sind in Kurzform:
– Leicht: Hört sich erstmal nicht so sympatisch an, aber es ist gar nicht schlecht, durchaus aromatisch; aber man merkt schon das es leicht ist. Trotzdem eine Alternative.
– Pils: Sehr weich ohne Ecken und Kanten bleibt daher auch nicht in Erinnerung. Aber für sein Wasser kann ja keiner.
– Dunkel: Das hat was, nicht übermäßig malzig aber mit einer schönen Hopfennote.
– Doppelbock: Japp, das ist es. Hell, klar, massiv süß, massig und erstaunlich wenig alkoholisch. Erst im Nachhall. Super lecker fünf Sterne Bock.
– Weizen: Schmeckt wässerig und nach Gummi. Kann aber an der Wechselwirkung mit dem Doppelbock liegen.