Kategorie-Archiv: Gasthausbrauereien

Brauhaus Neindorfer Krug

Neu auf der nordbier.map ist seit ein paar Tagen das Brauhaus Neindorfer Krug, das meistens kurz als Dorfkrug Neindorf bezeichnet wird: Hauptstraße 3 in 39387 Oschersleben: Tel.: 03949501535 oder 01605091987 Neindorf ist formal ein Teil der Stadt Oschersleben in der Börde und liegt unmittelbar am südlichen Rand des SauerHolzes, dem Quellgebiet der Aller. Dadurch liegt Neindorf auch direkt am Aller-Harz-Radweg.
Gebraut wird mit einer Braueule, pro Sud ursprünglich 25L die mittlerweile auf 35L erhöht wurden. Trotz (oder wegen) dieser geringen Menge gibt es neben dem brauenden Krugwirt Dipl-Ing Utz Hehne auch noch einen Brauerlehrling.
Neben gelegentlichen Sondersuden gibt es regelmäßig am Hahn ein helles Pils und ein Schwarzbier, dass auch gut als Schwarzpils klassifiziert werden kann. Öffnungszeiten außer am montäglichen Ruhetag jeweils ab 12Uhr bis mindestens 20:30Uhr Das regionale Tourismusbüro veranstaltet dort am Sonnabend, 19. Oktober, um 11 Uhr im Rahmen der Süßen Tour ein Brauseminar; die SüßeTour wird alljährlich Mitte Oktober veranstaltet, um die Spezialitäten der zuckerrübenreichen Börde auch touristisch zu vermarkten. Ob bei dieser Gelegenheit auch mal mit Zuckerrüben gebraut wird?

Kieler Brauerei

Die Gasthaus-Brauerei liegt im Kern der Altstadt von Kiel. Im Außenbereich haben 80-100 Gäste Platz – ohne Baustelle. Leider wird zur Zeit die Altstadt „umgegraben“. Überall gibt es Baugruben, aber ich will ja nicht das Stadtbild fotografieren, sondern die Brauerei. Deshalb geht es schnell hinein, in die Gaststube.

Der Gastraum ist freundlich, offen und bietet 230-250 Gästen Platz. Neben der Brauanlage gibt es eine offene Küche mit Brate, Grill und den Ausschank. Bevor ich mich mit dem Betriebsleiter Steffan Wendefeuer treffe, bleibt mir Zeit, die Biere zu verkosten. Die Brauerei ist mit verschiedensten Dingen liebevoll dekoriert, und passt erst einmal so gar nicht zu der hypermodernen Homepage, auf der mir von allen Seiten Elemente entgegengeschoben werden und ich gar nicht weiß worauf ich zuerst klicken soll. Letztendlich begreife ich auch erst spät, dass ich auf das untere Element klicken muss, um überhaupt lesbare Informationen zu bekommen.

Die Brauerei empfängt mich optisch viel eher mit offenen Armen. In der Anlage von ASG Hamburg Export aus dem Jahre 1988 werden pro Sud 1000l gebraut, obwohl sie für 1550l ausgelegt ist. Bedient wird das Gerät von Bastian Ullrich, der auf der Anlage sein Handwerk gelernt hat. Ein Wald von Schautafeln bietet dem Besucher Informationen, unterstützt aber auch bei den 20-25 minütigen Brauereiführungen, die verzehrenden Gästen kostenlos ab 4-5 Personen angeboten werden.

Vier Sude die Woche ergeben 160 bis 180.000l pro Jahr, wovon allein auf der Kieler Woche 20.000l durch die Zapfhähne laufen. Hauptprodukt ist das „Kieler“, ein bernsteinfarbenes aromatisches Bier. Das „Dunkel“ ist das derzeitige Saisonbier. Es gibt kein festes Jahresprogramm. Es gibt aber Maibock, im Winter ein richtig malziges Schwarzbier, im Oktober Herbstbock, später Weihnachtsbier. Alles Abhängig vom Absatz des Vorläufers. Wenn die 1000l leer sind, kommt das Neue an den Hahn.

Im Keller stehen 20000l Lager- und Ausschanktanks. Das Kieler wird hier auch in Pfand-Flaschen und Fässer abgefüllt. Die gepichten Eichenfässer gibt es zum Ausschank am Tisch und außer Haus. Wenn der Brauer anwesend ist, kann er auch einmal ein anderes Bier in Siphons abfüllten. Die Malzmühle läuft bei unserem Rundgang. Verarbeitet wird nur Malz aus Hamburg, dass bei einem Kunden meines Arbeitgebers hergestellt wird. Allerdings produziert der nur Pilsener Malz.

Im Gärbereich stehen neue Bottiche, die gerade vor einem Jahr von Joh. Albrecht installiert worden sind. Der Betreiber der Gasthausbrauerei-Kette ist mir als Hersteller von Bottichen schon öfters über den Weg gelaufen. 5x 1500 werden gleichzeitig nur in den Hochzeiten wie Weihnachtszeit und zur Kieler Woche vergoren, sonst ist immer ein Behälter für die Hefeernte frei. Obergärige Biere werden nicht produziert. Schade!

Das Kieler, das 85% des Umsatzes ausmacht, obwohl es ein Pils gibt, ist süffig und malzig und passt zum bayerischen Konzept der Brauerei. Es gibt viele Touristen, viel Fährverkehr aus Skandinavien und Kreuzfahrer die Kiel anlaufen.

Ich danke Herrn Wendefeuer, für die Zeit und die Informationen und wünsche noch viele interessante Sude.

Brauhaus Eutin – Biere

Tafelbier
Heller feinporiger stabiler Schaum. Es ist golden und naturtrüb. Der Geruch ist getreidig mit einer leichten Erdnote. Im Antrunk hefig, zurückhaltend gehopft, frisch, getreidig, leichtes Karamell. Gesamteindruck: Sehr mild und getreidig. Da hat die Bezeichnung Tafelbier schon seine Berechtigung, da es wahrscheinlich am Besten von allen Bieren zum Essen passt.

Pils
Heller feinporiger stabiler Schaum. Geruch frisch, fruchtig, leicht süßlich. Die Farbe ist Gold, naturtrüb. Im Antrunk ausgeprägte Hopfenbittere und trocken.

Rotbier
Flüchtiger beiger Schaum. Geruch malzig, fruchtig. Ich habe zuerst an gebrannte Mandeln gedacht. Farbe Kastanie, naturtrüb. Sehr aromatisch, malzig, fruchtig, säuerlich. Sehr zurückhaltende Bittere, kräftig säuerlich.

Weizen
Nicht auf dem Gruppenbild enthalten, weil es leider nicht auf der Karte steht und es auch keine Aufsteller auf den Tischen gab.

Weißer feinporiger stabiler Schaum, 4-5 EBC, schöne Hefetrübung, Geruch fruchtig karamellig, keine Hopfennoten, Antrunk vollmundig, fruchtig Banane und Nelke ausgewogen.

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Brauhaus Eutin

Das Brauhaus Eutin liegt im Herzen der historischen Fachwerkstadt, direkt am Marktplatz. Es bietet einen riesigen Außenbereich für den Sommer, aber auch innen verteilen sich 200 Plätze auf zwei Räume. Im hinteren Bereich bildet das Glasdach einen Wintergarten oder überdachten Innenhof. Im Schankraum gibt es eine Galerie auf er sich das Geschehen von oben betrachten lässt.

Braumeister und Inhaber Marcus Gutzeit bedient das Sudwerk selbst. Die Brauerei gibt es seit 1987, Gutzeit braut hier seit 1999. Dabei hatte er zum Start des Projektes Hilfe von niemand geringerem als Udo Lemmer von der Ricklinger Landbrauerei. Der erfahrene Braumeister hat Gutzeit auf seiner eigenen Brauanlage die Bierherstellung gelehrt. Jetzt produziert der Chef 500hl im Jahr auf dem 20hl Sudwerk der ehem. Firma BTE (Brau Technik Essen). Dabei wird Doldenhopfen benutzt, der ausschließlich der Bitterung dient.

Heute wird gerade das Tafelbier gebraut, mein Lieblingsbier bei der Verkostung. Der Sud reift nach der Gärung in einem der acht Lagertanks, die zusammen 160 hl handgefertigten Bieres Platz bieten, bevor es in einem der drei 10hl Ausschanktanks auf den Gast wartet.

Außer Haus wird in 1l oder 2l Kauf-Siphons auf dem einzügigen Flaschenfüller abgefüllt. Die Gebinde werden also einmalig gekauft und später immer wieder im Austausch aufgefüllt. Das beruhigt den Brauer, führt aber auf der Nordbier-Karte zu einem gelben Fähnchen.

Saisonal gibt es einen Maibock, und einen dunklen Winterbock. Bei meinem Besuch durfte ich ein Weizenbier probieren, das mir zum Einen sehr gefallen hat, sich zum Anderen aber weder auf der Karte, noch auf einem Aufsteller wiederfand. Das ist auch der Grund, warum es auf dem Foto der Riege der Biere nicht enthalten ist.

Brauhaus Ernst August – Biere (Update)

Roter Saphir (5,2%) – cremefarbener stabiler Schaum. Kupfer, naturtrüb. Fruchtiger Geruch, leicht und frisch mit einem Hauch von Erdbeere. Der Antrunk ist schlank und erfrischend mit blumigen Noten zu denen sich im Abgang Zitrusfrüchte und eine anhaltende leichte Bittere auf der Zunge gesellen. Sieht zwar nicht so aus, ist aber sehr erfrischend und genau das Richtige für einen warmen Sommerabend.

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Klüver‘s Brauhaus – Biere

Sommerbier (leicht 4% alc.)

Stabiler weißer Schaum. Das Bier steht in einem kräftigen Gold. Der Antrunk ist spritzig, feinherb und es kommt sofort das Aroma von Citra- und Cascadehopfen durch, also Zitrusfrüchte. Im Antrunk vermittelt das Bier auch noch ein vollmundiges Aroma, das im Abgang aber verloren geht. Dieser ist herb, trocken, zitronig und hat eine feine Bittere.

Pils

Weißer stabiler Schaum. Farbe recht dunkel für ein Pils, außerdem ist es naturtrüb.  Geruch ist getreidig und säuerlich bis grasig. Auch im Antrunk kommt das säuerliche Getreide durch. Der Körper ist ausgeglichen, mit einer kräftigen Hopfenbittere.

Dunkles

Heller stabiler Schaum. Etwas dunkler als das Sommerbier, geht also etwas ins Kupfer. Antrunk ist wieder recht trocken mit etwas Karamell. Im Abgang ist es eher mild, hefig, karamellig mit einer ganz leicht kratzigen Bittere.

Weizen

Hier könnte ich zwei verschiedene Biere beschreiben. Bei meinem ersten Besuch habe ich ein Weizen getrunken, dass sehr trocken war und ein extremes Nelkenaroma hatte. Dann hat der Braumeister aber in einem kleinen Detail am Rezept geschraubt, und dabei ist ein völlig anderes Bier herausgekommen.

Stabiler weißer Schaum. Die Farbe entspricht der des Pils. Der Geruch ist fruchtig und angenehm weich. Der Antrunk ist vollmundig und fruchtig mit viel Banane. Im Abgang gesellt sich noch ein Hauch von Nelke dazu. Eine Bittere ist kaum wahrzunehmen. Insgesamt ein sehr gelungenes Bier die Rezeptänderung war sehr positiv.

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Klüver’s Brauhaus – Neustadt i.H.

Fisch, Fleisch und Bier, das sind die Hauptgeschäftsbereiche von Klüver’s Brauhaus. Steve Michalak ist als Braumeister naturgemäß für Letzteres zuständig. Das Brauhaus ist wunderschön am Hafen von Neustadt in Holstein gelegen, zwei Terrassen laden sowohl den Stammgast, als auch den geneigten Touristen zum Genießen ein.

Wenn man das Klüver‘s betritt, fällt sofort das Sudwerk ins Auge. Wunderschön und … nein, nicht kupfern, sondern in blank poliertem Edelstahl steht es im Brauhaus. Es ist das erste seiner Art aus der Produktion von Kaspar Schulz, das direkt von einer Messe weggekauft und in Klüvers Brauhaus installiert worden ist. Sehr schick, ein Blickfang und mit Sicherheit ein Alleinstellungsmerkmal im Nordbier-Land.

Ein 10hl Sudwerk, 2 x 20hl Gärtanks, 4 x 20hl Lagertanks, 4 x 10hl Ausschanktanktanks (der Rest geht in Fässer und Flaschen) und eine Malzmühle hören auf das Kommando von Michalak, der seit Feb. 2012 als Braumeister in Neustadt wirkt. Drei Biere sind ständig am Hahn, ein Saisonbier komplettiert das Quartett.

Das Sudwerk besteht aus einer kombinierten Maische/Würze-Pfanne und einem getrennten Läuterbottich und Wirlpool (in einem Gerät), die nach einem kürzlichen Umbau keine Verbindung mehr haben. Das hat den Vorteil, dass zwei Sude unabhängig voneinander gefahren werden können.

Ab September wird an einem der Produktionsstandorte in Scharbeutz, eine Flaschenabfüllung in Betrieb genommen. Zusätzlich wird es für die Füllung einen Gär- und Lagerkeller geben. Die 1000 hl pro Jahr werden weiterhin in Neustadt gebraut.

Die 10l Fässern im bayerischen Anstich am Tisch werden zur Zeit sehr gut angenommen. Außer Haus werden die Biere im Moment noch in 1l Maurerpfandflaschen verkauft. Später zusätzlich in 0,3l Flaschen in der Abfüllung in Scharbeutz.

Brauberger – Bier

Tatsächlich ist dies die erste Gasthausbrauerei, die ich besuche, bei der ich den Singular in der Überschrift benutzen muss. Es gab schon einmal ein Saisonbier und es wird auch künftig welche geben; aber zur Zeit gibt es ein Bier und das ist ein Zwickel.

Das gibt mir die Gelegenheit mal ein paar Worte über den Bierstiel zu verlieren. Ein Zwickel ist eigentlich gar kein Bier, sondern ein sehr komisch gekringelter Zapfhahn, der sich im Allgemeinen im unteren Drittel eines Lagerfasses befindet. Ausnahmen bilden natürlich die Riesenlagertanks der Industriellen. Zu diesem Zwickel hat nur der Braumeister einen Schlüssel. Der nimmt Proben aus dem Tank, um zu bestimmen, ob das Bier ausgelagert ist und in Flaschen, Fässer oder Ausschanktanks umgefüllt werden kann. Wenn aus dem Zwickelhahn nichts mehr herauskommt war der Tank nur zu einem Drittel befüllt oder das Bier war wirklich sehr lecker.

Das Zwickelbier oder auch Kellerbier ist naturtrüb und hat einen niedrigen CO2 Gehalt. Das rührt daher, dass es ungespundet gelagert wird. D.h. das Jungbier kann im Lagerfass nicht den Druck aufbauen, den man von Bieren üblicherweise kennt. Früher kann man bei der Lagerung des Zwickelbieres das Spundloch nicht verschlossen. (Quelle: Wikipedia)

Das Zwickel aus dem Brauberger hat einen feinporigen, hellbeigen, haltbaren Schaum, Farbe ist  Bernstein bis Kupfer und es ist naturtrüb. Der Geruch wird von der Hefe dominiert und hat eine leichte Karamellnote. Der Antrunk ist hefearomatisch und vollmundig, die einsetzende Bittere hält bis weit in den Abgang, in dem wir das Karamell wiederfinden. Sehr interessant ist, dass das Bier direkt aus einem Holzfass auf dem Tresen ausgeschenkt wird. Auch das passt zum historischen Ambiente, allerdings kann das Bier dann auch mal etwas wärmer sein. Aber das macht es ja aromatischer.

Zwickel

Brauberger zu Lübeck

Mitten im Brauhaus stehen Kessel und Bottich in Kupfer. Das 10hl Sudwerk wird vom Inhaber Thomas Rosenhahn persönlich bedient. Es gibt 120hl Lagerkapazität, die Tanks können die 60 Sude im Jahr aufnehmen – Tendenz steigend. Hier spricht auch sonst Einiges für handwerkliche Tradition. Nicht nur die offene Läuterung und das traditionelle Rezept des Zwickels, das naturtrüb und mit seinem niedrigen CO2-Gehalt, den Namen auch wirklich verdient.

Über Allem wacht zudem auch noch Gambrinus, der Sage nach der Sohn des germanischen Königs Marsus, der dem historischen Keller, dem größten Teil des Gastbereiches mit 138 Plätzen, seinen Namen gibt. Das war mit Sicherheit nicht immer so, ist doch das älteste romanische Kellergewölbe der Stadt aus dem Jahre 1225 deutlich älter als die erste namentliche Erwähnung des besagten Königssohns.

Neben einer alten Fassabfüllung und Malzwaage, begeistert der Keller durch stimmungsvolle Kerzenbeleuchtung, einer Rüstung und einem Teil der Stadtmauer von 1450. Vor knapp 600 Jahren war der Keller noch ebenerdig. Der Hügel, der heute die Insel in der Trave bildet ist erst im Mittelalter zu einer Erhebung geworden, „als zu Zeiten der Pest jeder seinen Müll vor die Tür gekippt hat“, klärt Rosenhahn auf.

Als Saisonbier wurde bereits ein Weihnachtsbock gebraut. Nachdem die Fassabfüllung von Holzfässern auf Kegs erweitert worden ist, wird es demnächst Saisonbiere geben. In diesem Bereich ist aber noch nichts Konkretes geplant.

Die Abgabe außer Haus erfolgt in sogenannten „Maurerflaschen“. Das sind 1l Siphons, die im Brauhaus gekauft werden müssen und dann immer wieder im Austausch befüllt werden. Wer mit einer passenden, eigenen Flasche kommt, kann diese auch befüllen lassen, muss aber bis zu einer Woche warten, bis diese durch die Reinigung gegangen ist. Das ist natürlich für den Reisenden in Sachen Bier vollkommen unpraktisch und der Ortsansässige wird selbstverständlich eigene Gebinde im Brauhaus erstehen, um der Wartezeit zu entgehen. Für den geringen finanziellen Mehraufwand (wir sprechen hier ja nicht von 2l-Siphons), hat man dann allerdings ein, unter Gegendruck, sauber abgefülltes Bier.