Alle Beiträge von Jörg Wölk

Jopen – Koyt Gruitbier

Das Koyt (auch Keute, Keut, Koit oder Coyte) entstand wahrscheinlich in Holland im 14. Jahrhundert und verbreitete sich bald im nordwesteuropäischen Tiefland wo es als Vorläufer des Alt-Bieres gilt [1]. Es besteht in diesem Fall aus Gersten- und Weizenmalz und Hafer-Rohfrucht. Das Jopen Koyt ist ohne Hopfen gebraut und  schmeckt nach Kräutern, in denen der Gagel (Myrtica gale) dominiert. Dieses moorboden- und lichtliebende Gewächs ist in Deutschland geschützt, was offenbar in den Niederlanden, bestimmt aber in Dänemark, nicht der Fall ist.

image

Das 8,5%ige Gruitbier ist sehr vollmundig und schwer und eignet sich auf Grund der fehlenden Bitter sicherlich gut zu Dessert und Kuchen. Noch besser, aber zu einem Kaminfeuer und einem guten Buch.

Tatsächlich würde ich das Koyt mit 8°C, für ein so hochalkoholisches Bier, recht kühl trinken, da sonst die Malzaromen zu dominant werden und der Gagel nicht mehr so schön heraus kommt.

image

[1] Die Biersorten der Brauwelt, Horst Dornbusch, 2014, S. 158

Xoco satt beim Hobbybrauertreffen im Craft Beer Kontor

Am 14. Dezember 2014 luden Kolja und Alexander (der leider nicht dabei sein konnte) den 1. Hannöverschen Hobbybrauerstammtisch zu einem Treffen in die Räume der Mashsee Brauerei/Craft Beer Kontor ein. Mehr als 15 Heimbrauer fanden rund um den, aus einem Stück Bowling-Bahn gefertigten, Verkostungstisch Platz.

IMG_1010

Auf dem Programm stand eine umfangreiche Auswahl von Hausgebrautem und Spezialitäten der Mashsee Brauerei sowie eine große Anzahl von Craft Bieren aus aller Welt. Michaels Obatzter-Häppchen und mobile Pizzen retten uns bei der Fülle der Leckereien vor dem Untergang.

IMG_1011

Michael übergab bei dieser Gelegenheit Wimpel und Adress-Buch an Christian, der damit neuer Gralshüter der Stammtisch-Gemeinschaft wurde. Eine Wahl gab es nicht, wir sind ja schließlich kein Verein. Außerdem hat sich Christian um den Stammtisch mehr als verdient gemacht, stellt er doch für gewöhnlich den Großteil der zu verkostenden Biere.

IMG_1007

So brachte er aus diesmal reichlich Schätzchen aus seinem Keller mit, die zum Teil schon einige Reife erfahren haben. Den Beginn machte des Waldhonig Tripel, der sehr trocken war und heftig karbonisiert mit wunderbaren Honignoten. Außerdem den Wiener Teufel, ein Lager  dem, wie dem Pale Ale Eichenchips zugegeben worden. Zudem das überaus leckere Sweet Milk Stout, ein Imperial Pils mit 90 IBU. Das Hop Grenade hatte gar 120 IBU. Ein Wit und der April Bock waren nicht das Letzte was Christian auf den Tisch stellte, aber hier brechen aus unerfindlichen Gründen meine Aufzeichnungen ab.

IMG_1024

Der Gastgeber lud nach einer Vorstellungsrunde zu Trainingslager und Xoco ein. Das Xoco (Schoko gesprochen) ist ein wunderbar malziges IPA mit Schokoladen-Aromen, dass in die Weihnachtszeit passt und das neuste Produkt der Maschsee-Brauerei. Kein Vergleich mit dem Probesud aus dem Hahndrang vor Monaten. Das Xoco gab es schon beim Brausturm Tap Takeover und ist ab Freitag in der Flasche erhältlich.

IMG_1015

Rainer begeisterte, vor allem mich, mit einem säuerlichen (R)IPA mit fünf verschiedenen Hopfensorten und dem Roten Oktober mit Melanoidinmalz.

Thorsten brachte mit dem Ernte 2014 ein Bier mit Hopfen aus eigenem Anbau mit, das sehr schön rund und malzig war.

Michael brachte ein experimentelles mit Saphir kaltgehopftes Gilde halb und halb mit, dass in der Filter-Spül-Phase beim Produktwechsel zwischen Schwarzbier und Pilsener abgefallen ist. Ein sehr witziger Einfall.

Jens und Robert spendeten einen Kasten mit den aktuellen 0,3l Abfüllungen aus dem Kerkerbräu. Das Snow Man, ein Bock mit 6,9% Alkohol, das 2nd gear ein kaltgehopftes Pale Ale und Sink The Fish ein Double IPA, bei dem auch Christian seine Finger mit am Kessel hatte. Vom Fass gab es noch das Raketa mit Columbus, Citra und Amarillo.

IMG_1014

Der Autor selbst brachte das Spicy Hokkaido, eine Co-Produktion mit Harry Hurtig, und die letzten Flaschen des Pale Ale in der Amarillo/Cascade-Variante mit auf den Tisch.

Nach einigen Bieren aus den Regalen des Craft Beer Kontors, habe ich mich vertrauensvoll in die Hände der Öffentlichen begeben, die mich sicher nach Hause brachten.

IMG_1028

Mir bleibt Kolja für den gelungenen Stammtisch zu danken und denke, dass dies treffen noch lange in Erinnerung bleibt. Es war zwar nicht das Treffen mit den meisten Teilnehmen, sicher aber dass, mit den meisten verschiedenen Bieren.

 

Whisky Gose – Brauhaus Goslar

Odin Paul, Braumeister und Inhaber des Brauhaus Goslar, experimentiert gern mal mit interessanten Aromen. Mal wird daraus ein Bock, mal wird sie mit Hopfen gestopft, zuletzt ein Chilli-Chocolate-Bock. Auf dem 3. Biersyposium in Bamberg stellte Wilhelm Eder ein, auf Buchen-Chips gelagertes, Bier vor. Das nahm Odin Paul als Inspiration für eine besondere Gose zum Advent.

brauhaus goslar logo

Heute, am Nikolaustag wurde die Whisky-Gose angestochen. Es ist ein Gose-Bock auf Buchenholz-Chips mit Burbon-Aromen das im Teku serviert wird . Die ungetoasteten Chips haben die Gose mit 3g/l und 7 Tagen Lagerzeit nur dezent aromatisiert. Das Holz harmoniert dabei hervorragend mit dem Koriander. Der Whisky beißt sich allerdings ein bisschen mit dem Salz. Aber wie sagt man so schön? Ecken und Kanten geben dem Bier Charakter. Lecker!

Auf ein Zoigl beim „Lingl“

Sonntag Mittag auf dem Rückweg vom Craft Bier Fest in Wien, Autobahnabfahrt Altenstadt a.d. Waldnaab. Klar hat Windischeschenbach auch eine eigene Abfahrt, aber wir wollten auch noch ein wenig Landstraße durch die sanften Hügel der Oberpfalz mitnehmen bevor wir das tiefste offene Bohrloch der Welt — ignorieren und dafür lieber einen Zoigl trinken.

Ein Blick in den Zoiglkalender verrät uns, dass heute in Neuhaus der Lingl „Dienst“ hat. Nachdem ich mich dem Volkswillen gebeugt habe und mein Auto wieder aus dem absoluten Halteverbot entfernt habe (Spießer!), gab es zur Belohnung einen leckeren Zoigl. Goldgelb, untergärig, schäumend und würzig frisch aus dem eigenen Lagerkeller. IMG_0920 Beim Leberkäs-Wurstsalat und Obatzten mit Brezel sinnierten wir über die Nutzungsrechte des Kommun-Brauhauses und die Anzahl der Schank-Termine. Vor allem, wenn es nur einen Wirt, wie zum Beispiel in Eslarn gibt. Bevor wir uns in Vermutungen verlieren fragen wir den Wirt Klaus Bauer, der uns ausführlich Auskunft über das Kommunbrauwesen in Neuhaus gibt.

Währen dieser anhebt und irgendwas von Landgrafen und dem 13. Dezember 1415 erzählt, schaue ich ihn interessiert an und vergesse das Vorgetragene, weil ich kein Historiker bin und „The Brain“ gerade rauchen ist. Steht alles auf unserer Webseite sagt der „Lingl“, als ich erneut nachfrage weil wir wieder vollständig sind. IMG_0915 Besitzer des Kommun-Brauhauses ist beileibe nicht die Gemeinde, sondern, in Neuhaus, ein Verein. Nutzungsberechtigt sind 25 Grundstücksbesitzer im Ort. Das Braurecht ist an das Grundstück gebunden. Sieben Wirte schenken den Zoigl in ihren Stuben nicht gerade beengten Stuben aus. Jeder Wirt hat ca. 10 Termine im Jahr.

Wir fragen uns, was mit den Stuben in der restlichen Zeit passiert, vergessen aber zu fragen. Das Brauhaus wird über ein Kesselgeld finanziert. Es kann theoretisch jeder Brauberechtigte selber brauen, in der Praxis gibt es aber vier Brauer, die von dem jeweiligen Wirt beauftragt werden. IMG_0910 Aber auch die Brauberechtigten, die keinen Ausschank haben, lassen sich ein- bis zweimal einen Sud brauen und teilen sich diesen zwischen drei bis vier Familien auf. Und weil es ein Verein ist und nichts amtliches, gewähren die Mitglieder einem weiteren Mitbürger, ausnahmsweise und nur einmal im Jahr, das Braurecht weil dieser zur Zeit das Malz zuliefert.

Im Gegensatz zum Vereins-Brauhaus von Neustadt, gehört das Brauhaus im Mitterteich der Gemeinde. So kommt es, dass jeder Grundstücksbesitzer das Braurecht hat. Schade, dass es nur von einem Dutzend Einwohner genutzt wird und in nur vier Zoiglstuben ausgeschenkt wird.  Und das bei immerhin fast 7000 Einwohnern.

Buch:
Der Zoigl – Bierkult aus der Oberpfalz
von Wolfgang Benkhardt

Link:
Zoiglwirtschaften in Mitterteich
Zoigl in Neuhaus

2. Craft Bier Fest Wien

Am 21./22. November fand auf 2000m² in der Expedithalle der ehemaligen Ankerbrot-Fabrik das 2. Craft Bier Fest Wien statt. Die im Wiener Faltblättchen der Sehenswürdigkeiten, das jeder Tourist an der Hotelrezeption in die Hand gedrückt bekommt, als Loftcity bezeichnete Location, beherbergt auch im Alltag Kunst und Kultur. Dies ist auch an diesem Wochenende nicht anders, nur in flüssiger Form.

IMG_0847 IMG_0848

Mehr als 1000 Besucher (wage Angabe aus dem Standard) sahen 71 Brauereien aus 11 Ländern, die aber nicht alle anwesend waren, sondern durch Bierverlage vertreten. Oft waren aber deren Brauer oder Besitzer an den Ständen. Soweit die Zahlen aus den Medien. Ich kann nur Sagen es war voll, aber man konnte sich noch bewegen. Bei der Größe der Halle bleibt noch Luft nach oben. Dann allerdings sollte die Kapazität der Herren-Toiletten erweitert werden.

IMG_2860 IMG_0870

An allen Ecken der Halle standen Speidel Gärbehälter mit Wasser zum Spülen der Gläser und zugehörige Eimer zum Entsorgen von Bieren, mit deren Alkohol man sich nicht belasten wollte. (Ich warte noch auf den Moment, an dem jemand den „Cuvée“ probiert.) Die Eimer sollten dann allerdings auch zeitnah ausgeleert werden, weil jeder den Inhalt seines Glases noch auf den überlaufenden Behälter kippt. Ich auch. Sieht ja auch blöd aus, wenn man den Inhalt einfach auf den Boden schüttet.

IMG_0893

Das Nordbier-Gebiet wurde durch Spent Brewers Collective (mit dem sensationellen 1312), Flying-Turtle und Bieren von Schoppebräu vertreten.

Eyecatcher war das Theken-Fahrrad von Dan Stein. Die Idee des Flying Turtle CEO hinter der mobilen Theke ist der direktere Kontakt mit dem Kunden, da die Barriere der klassischen Theke entfällt. Mit Musik aus dem Verstärker im Kühlergrill wird die Aufmerksamkeit für das Fossil noch verstärkt. Warum Fossil? Weil die Schildkröte für Dan Stein das deutsche Bier widerspiegelt. Eine Symbiose aus etwas Alten und etwas Guten, dass lange Überlebt hat und doch ein bisschen Steif ist.

IMG_0855

Spent Brewers Collective konnte nach lösen einer „Hopfen-Ver-Stopfung“ in der Zapfanlage, doch noch mit allen Bieren an den Start gehen. Also beim nächsten Mal ein Hopfensäckchen verwenden! :-) Sensationell und eines meiner vier Lieblingsbiere des Festivals, ist das 1312 Herbst Gruit. Mit dem Wegerich schmeckt es zwar wie Hustensaft, aber wie ein richtig leckerer.

IMG_2871

Die Anderen waren das Hanfbier von Brauschneider, weil es nicht diese dumpfen, staubigen Aromen anderer Hanfbiere hat, sondern spritzig und erfrischen zitrus-aromatisch schmeckt. Auch der ausgedehnte Vortrag über den historischen Bierstiel war informativ und anregend.

Sehr lecker war auch die Gose der Brauwerk, gebraut von Martin Simon. Brauwerk ist die Craftbeer-Brauerei der Ottakringer, die mit ihrem kleinen 10hl Sudwerk verkaufbare Mengen produzieren können, die mit einem 450hl Sudwerk der Mutter-Brauerei unverkaufbar wären.

IMG_2852

Als Gose-Fan  habe ich natürlich auch die Power-Gose von Günther Thömmes unter die Besten gewählt. Der erste Auftritt des Bieres in der Öffentlichkeit war ein voller Erfolg. Nicht nur in meinen Augen.

IMG_0861

Die Top 5 werden durch das Backbone-Splitter vervollständigt, das ich deutschen Craftbeer-Fans nicht weiter vorstellen muss. Christian Hans Müller wird es ja gemerkt habe, dass ich alle Besucher, die mich nach meinen Lieblingsbieren des Festivals gefragt haben, vor seinen Zapfhahn geschoben habe.

Noch ein paar Links:

Trailer für den Film zum Fest

Beitrag auf ProBIER.at

Film von ProBIER.at

Fotos in der Wiener Zeitung

Artikel im derStandard.at

Beitrag aus ORF Heute Leben

Schöntrinken.at

 

 

 

 

Brauhaus Lüdde – Quedlinburg

Mitten dem größten zusammenhängenden Fachwerk-Gebiet Europas liegt das Hotel und Brauhaus Lüdde. Im Gastraum befindet sich die Brauanlage – ich habe nicht gefragt, ich tippe aber mal auf 15-20hl – angrenzend und aus dem Gastraum sichtbar, Gär- und Lagerräume.

IMG_0714.JPG
Der Gastraum ist ein, in Industrie-Architektur designter überdachter Innenhof und gliedert sich in einen Sitzbereich, verschiedene Stehtische an der Bar und an der Brauanlage und eine Empore.
Die Getränkekarte beinhaltet drei Biere die ständig am Hahn sind sowie verschiedene Saison-Biere von denen aber zum Zeitpunkt meines Besuches keines verfügbar war.
Das zweifelhafte Vergnügen den so genannten „Pubarschknall“ ein Chemie-Braunbier mit 1% Alkohol, zu trinken hatte ich schon bei einem früheren Besuch. Wer einen Bier so einen bekloppten Namen gibt, der kippt auch Farbstoff und Saccharin rein. Ich bin ja kein Freund des Reinheitsgebot es, aber natürliche Zutaten sollten es dann schon sein!
Bei diesem Besuch probierte ich das Schwarzbier, was durchaus trinkbar war, aber kein sensationelles Aroma hatte, dafür aber wieder so einen Fäkalnamen, den es nicht wert war sich zu merken.
Lecker und empfehlenswert war das angebliche Pilsener. Ein naturtrübes, gut gebittertes, niedrig gespundetes Bier, mit nussigem Charakter, dass in meinen Augen ein Kellerbier ist.
Meine Empfehlung: Wer schon vor dem Brauhaus steht, sollte einmal hineingehen um einen Pilsener zu trinken, dafür aber extra hin zu fahren ist die Mühe nicht wert.

Tschechien: Gutes Bier trotz Touristen-Auftrieb

Der Besuch in tschechischen Gasthausbrauereien ist den zeitlichen Aufwand wert. Günstige und gute Biere (ca. 1€/0,5l), genauso günstiges Essen, Übernachtung im Hotel ebenfalls, die in einer Pension fast geschenkt. Die Qualität des Bieres ist durchweg gut, wenn auch nichts für den Craftbeer-Fan. Das Bier der Chordova fand ich sehr süß und anstrengend auszutrinken, hat aber diverse European Beer Stars bekommen. Sicher wird es gestopfte Biere geben, in den beiden Brauereien, die ich besucht habe gab es die allerdings nicht. Sprachlich gibt es Hürden, Deutsch wird von einigen gesprochen (Bedienungen, Rezeption), Englisch habe ich nicht gehört.  

Nach dem Beitrag von Robert habe ich mich am letzten Wochenende auf den Weg in das nord-westliche Böhmen gemacht, um mir die Bier-Szene aus der Nähe anzusehen. Ich habe zwei Brauereien besucht.

IMG_0557k

Pivovar Chodowar ist ein Touristen-Tempel. Eine Brauerei (Besichtigung 14Uhr), Bier-Wellness, Hotel, Shop und zwei Restaurants sind angeschlossen. Eines der Restaurants ist die alte Mälzerei, die bis 1860 zur Malzherstellung genutzt worden ist. Das zweite Restaurant ist der Felsenkeller, aus dem 12. Jahrhundert, in dem bis heute die Nachreifung des Bieres erfolgt. Im Eingangsbereich des Felsenkellers befindet sich eine Ansammlung von Exponaten. Ich möchte nicht so weit gegen, das als Museum zu bezeichnen.

IMG_0565

Die Touristen werden Busse-weise durch den Felsenkeller gescheucht. Im Restaurant an der Hauptstraße ist es etwas ruhiger.

Die angebotenen Gerichte sind sehr lecker, günstig und nicht zu mächtig, so dass man sich auch mehrere Hauptgerichte gönnen kann.

Alternativ zum Hotel kann man auch in einer Pension direkt vor den Toren übernachten, noch einmal zum halben Preis.

Die Ausstattung von Restaurants und Hotel ist sehr schön und liebevoll gemacht, alles ist sehr sauber. Beim Frühstück würde ich mir mehr Tische wünschen. Hier ist an einem Sonntagmorgen enges Zusammenrücken angesagt, und auch dann bekommt nicht jeder einen Sitzplatz. Das Auto kann im Innenhof gegen geringe Gebühr auf einem bewachten Parkplatz abgestellt werden

Kynspersky Pivovar  ist eine junge Brauerei, die erst 2013 eröffnet worden ist. Auf dem Gelände befindet sich ein Shop, ein Restaurant mit Biergarten und Saalbetrieb.

IMG_0603k

Das Bier war deutlich trockener als in der Brauerei in Chodovar. Es gab auch ein Grünhopfen-Bier, das sehr schön würzig und frisch war. Die anderen Biere waren gut, haben aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Zur Brauerei gehört kein Hotel, ich habe aber am Eingang Wegweiser zu diversen Pensionen gesehen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es hier Probleme mit der Sprache gibt, da schon in der Brauerei nur mäßig Deutsch und gar kein Englisch gesprochen wurde. Oder vielleicht wollte auch einfach keiner.

Zu den Speisen kann ich nichts sagen, da ich vom Vorabend und Frühstück noch dermaßen bedient war, dass es gefährlich gewesen wäre noch nachzulegen.

Fazit: Das Gebiet um den Kaiserwald ist wunderschön. Wer keine Offenbarungen vom Bier erwartet, bekommt leckere meist malzbetonte Biere, die sich hinter unseren nicht verstecken müssen. Für einen längeren Aufenthalt fehlen mir an beiden Destinationen die touristischen Attraktionen, die gibt es aber spätestens in den umliegenden Städten. Für Wanderer ist der Böhmerwald, Kaiserwald, Vogtland und Erzgebirge in wenigen Autominuten zu erreichen.

Mashsee Brauerei/Craft Beer Kontor

IMG_2671 Am 26.04.2014 wurde das Craft Beer Kontor in Hannover, Schlägerstraße 17 von Diplom-Braumeister Kolja Gigla und Biersommelier Alexander Herold eröffnet. Soweit die Fakten. „Gut, Craft Beer – da fährst Du mal hin“ dachte ich mir. Das es in den Räumen auch eine Brauerei gibt war mir auch klar, aber als ich die Ausschank gesehen habe, da haben die Augen doch geleuchtet. Verzückt habe ich festgestellt, dass das hier ja was für Nordbier.de ist. 

IMG_2661Erstes Bier aus der Mashsee Brauerei ist das Trainings Lager. Herrliche Wortspielereien sowohl der Name der Brauerei als auch der des ersten Bieres. „Das ‚Training‘ steht sowohl für uns, weil es unser erstes Bier ist, als auch für den Konsumenten“ sagt Gigla, weil es ein „leichter Einstieg in die Welt anspruchsvoller Handwerks-Biere“ sein soll. So steht es auf dem Rückenetikett der Flasche. Das 150l Sudwerk, eignet sich als Experimental-Brauerei und für die Entwicklung. Die 40hl für den Verkauf wurden in der Rupp-Brauerei in Lauenau hergestellt und in der Schaumburger Brauerei in Stadthagen abgefüllt.

IMG_2659Schock! Doch nichts für Nordbier? Doch! Die Sude aus dem eigenen Sudwerk werden neben dem Kuckucksbier an den eigenen Hähnen ausgeschenkt. Die Termine dazu werden über die eigene Webseite (sobald sie existiert) und über Social Media verbreitet. Die Brauanlage soll im Übrigen nicht nur zur Entwicklung eigener Rezepturen verwendet werden, sondern auch für Kollaborationen mit anderen Brauern. Besonders gespannt ist Kolja Gigla auf die Zusammenarbeit mit Hobbybrauern und spricht in dem Zusammenhang den Namen aus, der mir auch sofort durch den Kopf schießt – Christian Krause. Auf das (oder die) Bier(e) bin ich tatsächlich sehr gespannt und da verweise ich mal auf http://brunnenbraeu.eu/?p=964.

IMG_2666Wie kam es überhaupt zu der Idee und wann, frage ich und höre erstaunt, dass die Idee noch gar nicht so alt ist. Auf dem Craft Beer Day in der Malzfabrik in Berlin haben sich die Beiden erstmals getroffen. Das war im September 2013. Gigla arbeitete in der VLB Berlin in der Versuchsbrauerei und war an dem Punkt, an dem er etwas Eigenes auf die Beine stellen wollte. Da kam der Kontakt zu Herold im rechten Moment.

Die Beiden habe in der Zeit tatsächlich ganze Arbeit geleistet. An der Hofeinfahrt hängt das Logo des Kontors. Im Verkaufsraum dominiert der Schriftzug der Brauerei in Hochglanz. Es gibt gebrandete Becher und Pokale, selbst die Kronkorken sind bedruckt. Das nenne ich mal Liebe zu Detail von Anfang an.

IMG_2673Das Kontor ist Mi-Fr 12-19 und Sa 10-16 Uhr geöffnet. Im Kontor werden zu den eigenen Bieren deutsche, belgische, britische und amerikanische Biere angeboten. Von Anchor, Fullers, Sierra Nevada, Brew Dog, Boon, Braukunstkeller, Hopfenstopfer, Müller, Schoppe und Müllerschoppe, Riegele, Crew bis zu lokalen Bieren von Robens Kerkerbräu ist hier vieles zu finden.

IMG_2674

Bleibt noch dem jungen Unternehmen viel Erfolg zu wünschen, was natürlich auch nicht ganz uneigennützig ist. Endlich ein Craft Beer Laden in weißen Fleck Niedersachen praktisch vor meiner Haustür.

IMG_2665