Hütt Craft Beer Edition

Ende September hat nun auch die Hütt Brauerei aus Nordhessen den Versuch unternommen in die Craft Bier Szene einzusteigen. Die kleine Brauerei aus Baunatal bei Kassel betreibt die Gasthausbrauerei Knallhütte in der sie 1752 gegründet wurde. Erste Craft-Schritte wurden in der Brauwerkstatt in Melsungen unternommen. In der zuvor übernommenen Malsfelder Brauerei mit Biermuseum wurden 2012 der Weizenbock und der Äquator gebraut, die ich 2013 erstmals auf der Grünen Woche in Berlin probieren konnte. Nun wurde das Sortiment um ein Pale Lager erweitert und als Craft Edition auf den Markt gebracht. Alle drei gibt es in 0,33l oder 0,75l Flaschen solange der Vorrat reicht.

„Bier mit Charakter“ steht drauf und ich frage mich ketzerisch ob die anderen Biere der Brauerei damit nach deren Selbsteinschätzung keinen Charakter haben? Nein, böse, natürlich haben sie. Das helle Hefe-Weizen ist ein leckeres und (jetzt wird es peinlich) besonders charaktervoll ist dessen alkoholfreies Pendant, bei dem nach meiner Meinung Citra im Spiel gewesen sein muss.

Aber zurück zur Craft Beer Edition:

Hütt Craft Edition

Der sehr vollmundige helle Weizenbock 1838 ist etwas für den Fan des mächtigen, extrem vollmundigen, ein wenig mastigen Bieres. Also nicht für mich. Das kann man schon an den 2,3°P Restsüße ablesen, bringt es doch ein Vitus bei gleichem Stammwürzegehalt auf gerade einmal 1,1°P unvergorenen Extrakt.

Dafür ist das Lenchens Ale genau mein Ding. Wenn mich auch der Name zuerst etwas irritiert hatte, ist es doch ein untergäriges kaltgehopftes. Die, durch hohe Gärtemperaturen gestresste Lagerhefe hat aber für ale-typische Gärnebenprodukte gesorgt und damit florale und fruchtige Noten ins Bier gebracht. Zusammen mit dem Citra in der Kalthopfung, ergeben sich Mango- und Maracuja-Noten. Trotz Lagerhefe hat sich Lenchens Ale einen Rest Körper bewahrt, der sich mit dem Hopfenaroma zu einer wunderbaren Komposition verbindet.

Zum Äquator will ich mich nicht zu sehr auslassen, weil ich nicht weiß, ob die Flasche, die ich gerade getrunken habe eine Infektion hatte oder ob die kratzige, harzige Kräuternote Absicht ist. In diesem Fall wäre die Hopfenkombination ein Griff ins Klo, wobei ich mir das bei Cascade und Mandarina-Bavaria nicht vorstellen kann. Charakteristisch ist der Geschmack aber auf jeden Fall. 😉

 

 

 

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