Brauberger – Bier

Tatsächlich ist dies die erste Gasthausbrauerei, die ich besuche, bei der ich den Singular in der Überschrift benutzen muss. Es gab schon einmal ein Saisonbier und es wird auch künftig welche geben; aber zur Zeit gibt es ein Bier und das ist ein Zwickel.

Das gibt mir die Gelegenheit mal ein paar Worte über den Bierstiel zu verlieren. Ein Zwickel ist eigentlich gar kein Bier, sondern ein sehr komisch gekringelter Zapfhahn, der sich im Allgemeinen im unteren Drittel eines Lagerfasses befindet. Ausnahmen bilden natürlich die Riesenlagertanks der Industriellen. Zu diesem Zwickel hat nur der Braumeister einen Schlüssel. Der nimmt Proben aus dem Tank, um zu bestimmen, ob das Bier ausgelagert ist und in Flaschen, Fässer oder Ausschanktanks umgefüllt werden kann. Wenn aus dem Zwickelhahn nichts mehr herauskommt war der Tank nur zu einem Drittel befüllt oder das Bier war wirklich sehr lecker.

Das Zwickelbier oder auch Kellerbier ist naturtrüb und hat einen niedrigen CO2 Gehalt. Das rührt daher, dass es ungespundet gelagert wird. D.h. das Jungbier kann im Lagerfass nicht den Druck aufbauen, den man von Bieren üblicherweise kennt. Früher kann man bei der Lagerung des Zwickelbieres das Spundloch nicht verschlossen. (Quelle: Wikipedia)

Das Zwickel aus dem Brauberger hat einen feinporigen, hellbeigen, haltbaren Schaum, Farbe ist  Bernstein bis Kupfer und es ist naturtrüb. Der Geruch wird von der Hefe dominiert und hat eine leichte Karamellnote. Der Antrunk ist hefearomatisch und vollmundig, die einsetzende Bittere hält bis weit in den Abgang, in dem wir das Karamell wiederfinden. Sehr interessant ist, dass das Bier direkt aus einem Holzfass auf dem Tresen ausgeschenkt wird. Auch das passt zum historischen Ambiente, allerdings kann das Bier dann auch mal etwas wärmer sein. Aber das macht es ja aromatischer.

Zwickel

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *