Ricklinger Landbrauerei – Rickling

Die Ricklinger Landbrauerei nennt sich selbst: Die kleinste Brauerei mit den meisten Biersorten. Pils, Dunkel, Märzen, Maibock, Weihnachtsbock, Stout, Porter, Porsebier, Rauchbier stehen im Prospekt, Spezial IPA und Rauchbock sind neu dazugekommen. Acht Biere gibt es davon zur Zeit und ich habe sie alle mitgenommen.

Deren Degustation kann dank manuellen Gegendruckabfüllers zu Hause stattfinden kann. Der Flaschenverkauf erfolgt direkt aus dem Kühlschrank. Das Frischeprodukt hat eine Haltbarkeit von 4-6 Wochen bei 2-7°C, da die Biere unfiltriert und unpasteurisiert sind.

Die Brauanlage besteht aus gasbeheiztem Maischebottich mit Rührwerk (und das ist auch schon die Krone der Automatisierung im Brauprozess), Läuterbottich und zwei Würzepfannen mit einem Volumen von 500l. Alles ist gute alte Handarbeit. Selbst das Läutern erfolgt ohne Aufhacker. Der Treber wird mit jedem Anschwänzen wieder neu aufgerührt. Durch das Vier-Geräte-Sudwerk könnte theoretisch alle zwei Stunden ausgeschlagen werden. Allerdings wird durch die Nutzung von Doldenhopfen der Läuterbottich auch als Hopfenseiher genutzt.

Der Gagel für das Porsebier (das nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut ist, weil es keinen Hopfen enthält), kommt in ganzen Ästen aus Dänemark und wird auf der Pfanne getrocknet. Dann werden von Hand die kleinen Blätter abgezupft. Das Bier ist nach dem EU-Recht verkehrsfähig und wird auch Bier genannt.

Der Gär- und Lagerkeller ist etwas grösser ausgelegt als man braucht. „Schließlich baut man nur einmal einen Lagerkeller“, wird der Seniorbraumeister Udo Lämmer zitiert. Nur so werden auch die vielen Sorten geschafft. Die großen Lagertanks haben 1700l Fassungsvermögen. So passen drei Sude hinein. Wird nur ein Sud gemacht, kommt er nach der Hauptgärung in einen kleinen Lagertank. Das Bier hat eine Lagerzeit von 6-8 Wochen, dadurch klärt es sich besser und hat einen sehr geringen Anteil an Fuselalkoholen.

Nach Anmeldung ist die Brauereiführung bei Verzehr kostenfrei. Dem Braumeister, der auch schon bei Augustiner in München gearbeitet hat, ist es wichtig, dass die Gäste einen Eindruck von der Arbeit an den Produkten bekommen. Beliebt sind auch die 1-Tages Brauseminare, weil man am Brauvorgang mit der Originalanlage teilnimmt, die im Gegensatz zu computergesteuerten Kompaktanlagen, sehr gut einsehbar ist.

Das war ein sehr netter Besuch, wir hatten uns am Abend vorher beim Craft Beer Day in Norderstedt kennengelernt, bei dem die Ricklinger Landbrauerei ausgestellt hatte. Ich komme sicherlich wieder.

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