Braukunst Live 2015

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Und auf geht’s mit der BLK natürlich mit dem Rundgang samt Veranstalter bei einem der Sponsoren. Pilsener Urquell hat, wie in jedem Jahr die unfiltrierte Variante des Bieres mit was nicht sonderlich originell ist, in diesem Jahr aber ganz besonders heftig nach Diacetyl schmeckt. Sicher ist das Teil des Bierstieles eines tschechischen Pilseners, nicht nur meiner Meinung nach aber deutlich über dem Limit.

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Deutlich leckerer im Geschmack ist das „Very White Pornstar“, ein Wit als Kollaborations-Sud der Mashsee Brauerei und dem Craft-Hans. Wer von denen nur mit dem Namen gemeint ist konnte ich nicht herausfinden, bin mir auch nicht mehr sicher, ob ich es wirklich wissen will.

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Mit deutlich zahmerem Namen aber wilderem Alkoholgehalt kommt das „Sweet16“ über die Theke. Ein Eisbock mit satten 16% Alkohol, der wunderbar unaufdringlich in Malzbett eingebunden ist. Nur mit dem Geruch habe ich meine Probleme. Der findet sich aber im Geschmack nicht wieder und wird hiermit offiziell unter den Teppich gekehrt.

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Sweet16 hier noch mal im Bild. Für einige das beste Bier der Veranstaltung. So weit will ich aber nicht gehen.

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Unglaublich viele leckere dunkle Biere gab es auch in diesem Jahr wieder Dolden Dark, Nögne Ö (keine Ahnung, wo ich das durchgestrichene O finde) Imperial Stout, das Ganze auch barrelaged vom Braukunstkeller oder als Erinnerung an Rory Gallagher vom Bierzauberer.

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In letzterem Falle aber mit Muskat und Paradieskorn (auch Guineapfeffer oder Meleguetapfeffer genannt, sind die getrockneten Samen, die als Gewürz und Droge verwendet werden [Wikipedia]) Passt ja auch wieder zum Thema Musik. 😉

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Am Ende des Tages ging es dann nicht nur unter meine Hobbybrauer-Stammtisch-Kollegen aus Hannover hoch her, sondern auch auf der After-Show-Party im Bold-Hotel.

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Diesmal sogar mit einem ganz besonderen Sud, der von Daniel Jacob (Wampenbräu, Usox Bierblog) speziell für diese Party eingebraut wurde. Es war das 88 Bold Nights, ein Imperial IPA mit 88IBU und 8,8% Alkohol mit Herkules, Galaxy, Vic Secret, Green Bullet und T’n’T gehopft.

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Dann kam der gefürchtete Sonnabend an dem ja auf gar keinen Fall jemand auf die BKL kommen sollte, weil es ja so unfassbar voll werden sollte, dass sicherlich keiner mehr hereinkommt. Unerschrockene mussten dann auch tatsächlich eine Stunde auf Einlass warten. Ich selber habe 20 Minuten gebraucht um eingelassen zu werden. Alles halb so schlimm, schließlich schien die Sonne und wir haben uns nett miteinander unterhalten.

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Nun stand „Bekannte treffen“ an erster Stelle. Volker, Robert, Nina, Garret, Tobi. Tipps vom Vortag ausgetauscht und gemeinsam verkostet.

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Sehr interessant fand ich bei Joh. Barth eine Möglichkeit sechs verschiedene Hopfensorten im kalten Bereich gegeneinander zu verkosten. Einmal in einem Weißbier und einmal in einem Lager.

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Eine Sache, die mich extrem gestört hat, war die Tatsache, dass um 30 Minuten vor Schluss „last Order“ war. Zu diesem Zweck lief Security mit einer mehr als aufdringlichen Glocke durch den Saal und zerstört für meine Begriffe jäh die wirklich gute und entspannte Atmosphäre, was noch durch grelles Arbeitslicht unterstützt wurde. Zudem sind 30 Minuten „last Order“ vielleicht angebracht, wenn man noch einen halben Liter bestellt, aber nicht bei 0,1l die in der Zeit schlimmstenfalls verdunstet. Dann beim nächsten Mal ehrlicherweise die Öffnungszeiten um eine halbe Stunde verkürzen und sich Glocke, wie sie im Mittealter von Aussätzigen benutzt werden musste, sparen. Da waren nicht nur die dänischen Brauer belustigt. Den Spott von Sebastian kann man sich vorstellen!

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Am letzten Tag blieb mir noch einiges Versäumtes nachzuschmecken, wie z.B. das exzellente Saison der Clinica aus Rumänien,

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sowie zwei hochinteressante Vorträge von Bierkompass und Schneider Weisse. Letztere mit einer Kombination aus „Pflanzerln“, in diesem Falle Fisch und Fleisch am Stiel mit gelierter Sauce. Ja, nicht wirklich was für Vegetarier. Das Bier dazu war abgesehen vom Mathilda Soleil auch nichts Neues. Dafür war das Auge erfreut.

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Zum Abschluss bleibt mein Bier des Festivals zu küren: Das unglaubliche Grapefruit Sculpin von Ballast Point Brewing, das auf dem Stand von Bier Deluxe vorgestellt wurde und demnächst ganz sicher das innere meines Bierkühlschrankes zieren wird.

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Viele Probleme der letzten BKL wurden gelöst. Wasserspender, Restbier-Kanister wurden sinnvollerweise von anderen Festivals übernommen. Durch den gedämpften Andrang am Sonnabend minimierte sich auch die Wartezeit vor den Dixis. Wenn jetzt noch der Rauswurf etwas gefühlvoller ausfällt, habe ich nichts mehr zu meckern. Cheers!