Kieler Brauerei

Die Gasthaus-Brauerei liegt im Kern der Altstadt von Kiel. Im Außenbereich haben 80-100 Gäste Platz – ohne Baustelle. Leider wird zur Zeit die Altstadt „umgegraben“. Überall gibt es Baugruben, aber ich will ja nicht das Stadtbild fotografieren, sondern die Brauerei. Deshalb geht es schnell hinein, in die Gaststube.

Der Gastraum ist freundlich, offen und bietet 230-250 Gästen Platz. Neben der Brauanlage gibt es eine offene Küche mit Brate, Grill und den Ausschank. Bevor ich mich mit dem Betriebsleiter Steffan Wendefeuer treffe, bleibt mir Zeit, die Biere zu verkosten. Die Brauerei ist mit verschiedensten Dingen liebevoll dekoriert, und passt erst einmal so gar nicht zu der hypermodernen Homepage, auf der mir von allen Seiten Elemente entgegengeschoben werden und ich gar nicht weiß worauf ich zuerst klicken soll. Letztendlich begreife ich auch erst spät, dass ich auf das untere Element klicken muss, um überhaupt lesbare Informationen zu bekommen.

Die Brauerei empfängt mich optisch viel eher mit offenen Armen. In der Anlage von ASG Hamburg Export aus dem Jahre 1988 werden pro Sud 1000l gebraut, obwohl sie für 1550l ausgelegt ist. Bedient wird das Gerät von Bastian Ullrich, der auf der Anlage sein Handwerk gelernt hat. Ein Wald von Schautafeln bietet dem Besucher Informationen, unterstützt aber auch bei den 20-25 minütigen Brauereiführungen, die verzehrenden Gästen kostenlos ab 4-5 Personen angeboten werden.

Vier Sude die Woche ergeben 160 bis 180.000l pro Jahr, wovon allein auf der Kieler Woche 20.000l durch die Zapfhähne laufen. Hauptprodukt ist das „Kieler“, ein bernsteinfarbenes aromatisches Bier. Das „Dunkel“ ist das derzeitige Saisonbier. Es gibt kein festes Jahresprogramm. Es gibt aber Maibock, im Winter ein richtig malziges Schwarzbier, im Oktober Herbstbock, später Weihnachtsbier. Alles Abhängig vom Absatz des Vorläufers. Wenn die 1000l leer sind, kommt das Neue an den Hahn.

Im Keller stehen 20000l Lager- und Ausschanktanks. Das Kieler wird hier auch in Pfand-Flaschen und Fässer abgefüllt. Die gepichten Eichenfässer gibt es zum Ausschank am Tisch und außer Haus. Wenn der Brauer anwesend ist, kann er auch einmal ein anderes Bier in Siphons abfüllten. Die Malzmühle läuft bei unserem Rundgang. Verarbeitet wird nur Malz aus Hamburg, dass bei einem Kunden meines Arbeitgebers hergestellt wird. Allerdings produziert der nur Pilsener Malz.

Im Gärbereich stehen neue Bottiche, die gerade vor einem Jahr von Joh. Albrecht installiert worden sind. Der Betreiber der Gasthausbrauerei-Kette ist mir als Hersteller von Bottichen schon öfters über den Weg gelaufen. 5x 1500 werden gleichzeitig nur in den Hochzeiten wie Weihnachtszeit und zur Kieler Woche vergoren, sonst ist immer ein Behälter für die Hefeernte frei. Obergärige Biere werden nicht produziert. Schade!

Das Kieler, das 85% des Umsatzes ausmacht, obwohl es ein Pils gibt, ist süffig und malzig und passt zum bayerischen Konzept der Brauerei. Es gibt viele Touristen, viel Fährverkehr aus Skandinavien und Kreuzfahrer die Kiel anlaufen.

Ich danke Herrn Wendefeuer, für die Zeit und die Informationen und wünsche noch viele interessante Sude.