Husums Brauhaus – Biere

Ich mag es ja wenn ein Brauhaus eine Bierprobe anbietet. Das sind in der Regel sehr kleine Gläser, es werden alle Bier auf einmal serviert, was immer gut für das „Gruppenfoto“ ist und es ist günstig. Eine ganz besonders informative Bierprobe gab es im „Husums Brauhaus“. Ein Tischset auf das die Biere positioniert werden. Es gibt Informationen zu Hell, Dunkel und beiden Halbjahres-Bieren.  Die Monatsbiere werden auf einem separaten Blatt beschrieben.

Hell

Hell (wen wundert‘s), naturtrüb, weißer, mittelhaltbarer Schaum. Im Geruch kommt ein leichtes Nadelholz, leichte Erde. Nussig, vollmundig, ganz leicht erdig. Leichtes Hopfenaroma,  aber wenig Bittere im Abgang.

Dunkel

Bernstein, sehr klar. Antrunk ist stark malzig, Karamell, vollmundig. Die Vollmundigkeit im Angang klingt lange nach. Wenig Bittere. Dieses Bier habe ich mir mit nach Hause genommen.

Rotbier

Trüb, riecht frisch und fruchtig nach Tee und das kommt auch genauso im Geschmack durch. Schwarztee, Frucht. Bittere im Abgang.

Weizen

Farblich wie das Hell. Sehr trüb. Ganz starke Fruchtaromen im Geruch. Im Antrunk kommt die Frucht aber nicht so durch, wie es der Geruch verspricht.

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Brauhaus Husum – Jens Nachtwein

Das Brauhaus Husum liegt etwas abseits der Fußgängerzone gegenüber des Schlossparks und verfügt über einen Biergarten, in dem man geschützt sitzen kann. Sowohl ganz klassisch auf Bierzeltgarnitur, aber auch im Strandkorb.

Ich habe mich am Samstagabend mit Jens Nachwein getroffen, der erst spät aus Aalborg wieder kam und trotz seines freien Tages Zeit für mich hatte. Dafür schon einmal ein dickes Dankeschön!

Nachtwein ist seit 10 Jahren Braumeister in Husum.

Im Brauhaus werden 16 verschiedene Biere im Jahr gebraut. Hell, Dunkel, Weizen (im Sommer) und Märzen (Winter) gibt es immer. Jeden Monat kommt ein Spezialbier dazu. Zur Zeit gibt es ein Red Ale, das in Husum Rotbier genannt wird, weil eine englische Bezeichnung unverkäuflich ist. Im Januar wird es ein IPA, ganz klassisch und gut gehopft, dass dann Hopfenbock genannt wird. Aus dem selben Grund. „IPA verkaufen wir gar nicht, Hopfenbock verkaufen wir sehr gut“, sagt Nachtwein.

Im Juli gibt es ein Pale Ale alias Sommerbier. So sind in den letzten Jahren mindestens 50 verschiedene Biersorten zusammen gekommen. Einmal im Jahr gibt es zum Dezember ein Jahrgangsbier, das dann in einen, bis zu 300l Holzfass reift. Das letzte lag drei Jahre lang im Sherry-Fass. Das gibt es dann in der Sektflasche und wird im Brauhaus ein einem Cognacschwenker ausgeschenkt.

Kurios ist der Sudkessel: Nachdem die Firma, die die Kessel montiert hat, gab es beim ersten Test einen Kabelbaumbrand. Die Transportfolie hat sich daraufhin so in das Metall hineingefressen, dass nichts mehr zu machen war. Also wurde beschlossen den Kessel zu Kacheln. „Heute sind wir froh, denn die Kacheln sind ein Alleinstellungsmerkmal.“

Zur Brauanlage gehören weiterhin drei offene Gärtanks mit einem Volumen von je 10hl. Dazu drei Kombitanks, die sowohl zur Gärung als auch zur Lagerung genutzt werden können. Weiterhin gibt es 9 Lagertanks zu je 20hl die dem Bier bei 2°C die Ruhe zum Reifen geben. Die Zapfanlagen hängen an vier Ausschanktanks zu je 10hl. Was denn in dem Fass wäre? Das ist unser fünftes Getränk, das Lime, ist ein Biermischgetränk.

„Offene Gärung mit unter- und obergäriger Hefe in einem Raum?“, frage ich. Offene Gärung ist für Jens Nachwein nur ein Mittel-Nord-Deutsches Problem. Vor der Kreuzgärung hat er keine Angst weil die Temperaturunterschiede die Fremdhefen passivieren. „In einer Reinzucht hat das durchaus seine Berechtigung.“ Weil die Hefen sich in der Aufzucht bei 27 Grad und starker Belüftung extrem vermehren. „Da kann sich schon mal eine einzelne Zelle durchsetzen.“

Abgefüllt wird dann in 2 oder 1l Siphons oder in Partydose. Die Flaschen aus der Brauerei sind Kaufflaschen. Diese werden ausgetauscht um die Hygiene zu garantieren. Mitgebrachte neutrale Bügelverschluss-Flaschen werden aber befüllt, wenn sie durch die Sichtprüfung des Braumeisters kommen.

Im letzten Jahr hat Nachtwein dem Namen Craft-Brewer alle Ehre gemacht, bedient er doch alle Ventile manuell, seit im letzten Jahr die Steuerung ausgefallen ist. Im September sollte sie repariert werden. Dann war aber so viel zu tun, dass es einfach unmöglich war auf die Anlage zu verzichten. Zudem war das letzte Jahr eines der erfolgreichsten des Brauhauses. Im Juni soll nun aber eine neue Steuerung installiert werden. Dazu hat Jens Nachtwein alle Lagertanks voll befüllt, um zwei Wochen ohne die Anlage auskommen zu können.

Was es denn besonderes bei der Fasslagerung zu beachten gäbe, frage ich. „Wenn wir ein Holzfass nehmen, dann hat so ein Fass drei Zyklen“, erklärt Nachwein. „Nach der Herstellung wird es erst mit einer Spirituose oder Wein für den Discounter befüllt. Nach 3 Jahren ist es dann wertvoll. Jetzt kommt eine hochwertige Spirituose rein, danach noch mal eine minderwertige Spirituose. Dann ist es ausgelaugt. Wir wollen das haben, was einmal benutzt ist.“ Das die Beschaffung nicht einfach ist leuchtet ein. „Wir bekommen jederzeit ein Whiskeyfass, das drei oder viermal benutzt ist. Man muss nicht erwarten, dass man dann einen Bourbon-Geschmack erhält.“ Dann gibt es nur einen leichten Holzgeschmack.

Neben uns sehe ich einen Tisch mit eingebautem Zapfhahn und frage nach. „An zwei Tischen ist ein Zapfhahn mit Zählwerk, direkt gekühlt vom Ausschanktank bis zum Tisch. Die Tische sind immer gut ausgebucht. Eine weitere Leitung geht direkt zum Braumeister ins Büro. „Wenn ich auf dem Sofa sitze kann ich mir halt ein Bier zapfen. Das braucht man als Braumeister.“ Nach dem Vorbild wurden die Tische gebaut.

Es wurde auch schon Bier aus wildem Hopfen gebraut. In Husum gibt es relativ viel wilden Hopfen. Es wurde aufgerufen Hopfen zu sammeln und für ein Bier in der Brauerei abzugeben. Die Menge wurde dann in Freibier aufgewogen. Allerdings war völlig unbekannt, wie hoch die Alphasäure war. „Wir hatten Unmengen an frischen, nassen Dolden. Das war nur Aroma pur, bitter war da gar nichts. Der ganze Sud ist dann als Freibier rausgegangen. Übrig geblieben ist da nichts.“ Kein wirtschaftlicher Erfolg, aber nachhaltig. Die Leute sitzen heute noch vorn am Tresen.

Ich kann Jens Nachwein nur noch einmal für das superinteressante Gespräch danken. Ich werde über die Spezialbier berichten.

http://www.husums-brauhaus.de

Hansens Brauerei – Biere

Pilsener
Weißer mittelhaltbarer Schaum, naturtrüb, recht hell 3-4 EBC, die Nase sagt erstmal garnichts. Der Antrunk bringt eine leichte Vollmundigkeit, die in Kombination mit der Säure und einer Getreidenote den Gaumen verwöhnt schon bevor sich noch eine Karamellnote dazugesellt. Im Abgang kommt eine Hopfenbittere und eine leicht erdige Hopfennoten, sowie eine Nussnote dazu.

Schwarzbier
Hellbrauner flüchtiger Schaum. Ob das Bier naturtrüb ist, kann ich nicht sagen, weil es so schwarz ist, das ich nicht durchgucken kann. Süßer röstiger Geruch. Im Antrunk Röstaromen, ausgewogen vollmundig, malzig, Hopfenaroma. Im Abgang kräftige Bittere.

Weizen
Weißer flüchtiger Schaum. Sehr trüb, recht dunkel für ein helles Weizen ca. 6-7 EBC. Andererseits hat ja niemand was von einem helle Weizen gesagt bzw. geschrieben, es ist ja laut Karte ein Weizen. Aber ich schweife ab. Im Geruch kommen sofort die Fruchtnoten, eine evtl. vorhandene Banane wird aber von Pfirsicharomen überdeckt. Im Antrunk keine hervorstechenden Aromen. Aber dann kommen die Fruchtaromen über dich, wie der kleine Bruder vom Aventinus. Hocharomatisch und lecker, Karamell, Pfirsich, Mango. Ein wirklich sensationelles Bier. Hätte ich Siphons mit gehabt, ich hätte alles befüllen lassen was in den Rucksack passt.

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Hansens Brauerei – Flensburg

Hansens Brauerei wurde 1990 als nördlichste Brauerei Deutschlands am Nordmarkt in Flensburg gegründet. Die Brauerei zog 2000 in den Flensburger Hafen in das ehemalige Rumhaus Sonnberg.

Das Gasthaus ist sehr verwinkelt. Mann kann erkennen, das umliegende Häuser irgendwann zugekauft und in den Komplex integriert worden sind. Außerdem wurde der Hof überdacht, von dem verschiedene Räume abgehen. Die Maische/Sudgeräte befinden sich im Gastraum, genau wie die mantelgekühlten Ausschanktanks, die genau wie das Sudwerk eine Kapazität von 10hl haben. Die Lagertanks befinden sich im Obergeschoss und fassen 200hl.

Außer Haus werden Pilsener und Schwarzbier in gekauften Siphons abgegeben. Fremde Siphons oder Flaschen werden aber auch befüllt, wenn sie aus Glas und sauber sind, was selbstverständlich immer der Fall sein sollte.

http://www.hansensbrauerei.de/

Vielanker Brauhaus – Biere

Alle Biere aus der Flasche

-Pilsener
Feiner weißer mittelhaltbarer Schaum. Das Bier hat eine ganz leichte Trübung. Riecht sehr voll und aromatisch hopfig. Im Antrunk ist es erdig mit einer leichten Bittere, die im Abgang lange nachhängt und immer mehr in einer heftige Bittere kippt, da der erdige Geschmack schnell nachlässt. So dominiert die Bittere zuletzt beinahe unangenehm.

-Weizen
Feiner cremefarbener haltbarer Schaum. Farblich liegt das Bier zwischen Gold und Orange bei 10 EBC. Der Geruch ist fruchtig bis karamellig. Im Antrunk ist es frisch und fruchtig, wobei die Frucht eher in die Nelke tendiert. Im Abgang kommt ein leichter Karamellton dazu.

-Dunkel
Heller mittelhaltbarer Schaum. Kupferfarben und eher klar, wobei es zu dunkel ist, um das zu beurteilen. Der Geruch enthält eine Andeutung von Säure und eine sehr frische Malzigkeit. Hopfen ist schwer zu definierend. Es überwiegt der getreidiger Geruch. Der Antrunk ist sehr schön frisch, im Abgang kommt das Malz dazu. Sehr lecker karamellig malzig, aber kein wahrnehmbarer Hopfengeschmack. Im Nachhall nässt sich eine leichte erdige Note und Karamell erahnen, die mit einer frischen Säure kombiniert ist.

-Schwarz
Sehr dunkler cremiger, haltbarer Schaum. Der Geruch ist überraschend wenig röstmalzig, enthält aber Schokoaromen und einen Hauch Karamell. Der Beste Vergleich ist glaube ich, man möge es mir verzeihen, dieser Eiskaffee aus dem Tetrapak. Aber eben etwas leichter. Sehr angenehm! Wow, der Antrunk ist herb, frisch dann kommt die Bitter und die Süße. Erinnert mich extrem an einen Porter, wobei der Abgang etwas kratziger ist, als die Porter, die ich bisher getrunken habe. Überraschend harmonisch. Normalerweise sind die Schwarzbiere ja eher so eine leere, bittere Geschichte, aber hier ist eine sehr elegante Süße enthalten. Im Abgang ist das Schwarzbier fein und mild und wird erst im Nachhall bitter, was aber immer noch mit einer feinen Schokonote untermalt wird.

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Vielanker Brauhaus – Vielank

Leider gab es vor Ort keine Informationen für mich. Auch einen späteren Termin sollte ich nicht bekommen. Aber ich könnte ja eine Brauereiführung mitmachen. Ah, Informationen nur gegen Kohle. Immerhin habe ich noch einen Flyer in die Hand gedrückt bekommen.

Also gut dann hier mal ein paar technische Daten, der Rest steht im Internet, diese Daten natürlich auch:
Technische Ausstattung:
eigene Brunnen in 80m Tiefe
2 – Geräte Sudhaus á 20 hl
2 – Geräte Sudhaus á 5 hl
44 Gär- und Lagertanks mit einer Kapazität von 660 hl
Eine Flaschenabfüllung mit einer  Leistung von 2500 Flaschen pro Stunde
Eine Fassabfüllung mit einer Leistung von 20 Kegs á 50 l / Stunde

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