Brauhaus Joh. Albrecht – Die Biere

– Messing, ein Helles
Wow, Hammer! Was für ein Aroma super hefig und nußig, vollmundig. Erinnert an eine Goslarer Gose. Geruch leicht säuerlich, aber das geht bei dem Geschmack unter. Hell und trüb natürlich, mäßig haltbarer Schaum. Sicher eines der interessantesten Gasthausbrauerei-Biere, die ich im Norden getrunken habe.
– Kupfer, ein Dunkles
Dunkel, leicht trüb. Etwas haltbarerer Schaum. Leichter Karamell Geruch. Ich fass es nicht! So lecker! Karamell, Schoko, vielleicht einen Hauch von Koriander. Im Abgang Aromen von Karamell und Kaffee. Passt Super zum Käse (aber nicht zu den Trauben und Oliven).
– Weizen
Bernstein trüb. Leicht sauerer Geruch. Es fehlt die Frucht, was aber bei der Farbe nicht untypisch ist. Der Geschmack ist auch markant, sogar leicht rauchig. Sehr würzig und kantig. Ich liebe so was durchaus, aber ich fürchte, das wird nicht jeder so sehen. Neben mir hat eine Frau schon nach Zitonebrause verlangt. Also das Bier ist interessant, kantig aber möglicherweise nicht sonderlich kommerziell. Um so interessanter ist es, dass dieses Brauhaus eine Kette ist.

Brauhaus Joh. Albrecht – Hamburg

Joh. Albrecht betreibt fünf Gasthausbrauereien in Deutschland. Jedes Haus braut das Bier selber. Im Norden sind dies Häuser in Hamburg, Soltau und Bielefeld. Das Haus in Hamburg liegt direkt an der Adolphsbrücke am Alsterfleet. Der Service kommt in erträglichen Abständen vorbei und kommt zügig mit der Ware ums Eck. Das Brauhaus befüllt mitgebrachte 2l Siphons. Es gibt Saisonbiere, wenn auch nicht zur Zeit. Die Biere haben einen ganz besonders intensiven Hefegeschmack. Aber dazu mehr bei der Beschreibung der Biere.

Blockbräu – Die Biere

– Helles (von der Bedienung als Pils bezeichnet) Als erstes fällt auf, dass das Bier unfassbar kalt ist, man kann es kaum in der Hand halten. Es ist hell und naturtrüb. Der Geruch ist eine Mischung aus Karamell und Frucht, aber nur sehr verhalten und fein. Die Schaumhaltbarkeit ist sehr begrenzt. Der Geschmack ist sehr hefebetont, fein karamellig aber weniger fruchtig als der Geruch, dafür setzt sich im Abgang der Hopfen kräftig durch, wie es sich im Norden gehört. Das Bier ist sehr angenehm, mäßig trocken und aromatisch. Ich würde noch eines trinken, wenn ich nicht noch so viel vor mir hätte.

– Hefeweizen Bernstein und natürlich trüb. Dafür, dass es nicht so hell ist, hat man mit der Hefe genau die richtigen zurückhaltende Fruchtigkeit getroffen. Der Schaum ist auch beim Weizen wieder schneller weg als erwartet. Der Geschmack hält sich mit Ecken und Kanten zurück und hat damit das Zeug der Masse zu gefallen.

Blockbräu – Hamburg

Das Blockbräu in Hamburg wurde im April 2012 als erste Gasthausbrauerei der Block-Gruppe eröffnet. Zur Gruppe gehören auch 35 Block-House Restaurants. Es befindet sich im Gebäude der Landungsbrücken. Es gibt Sitzplätze mit Blick auf den Hafen in zwei Etagen und eine Terasse. Die Brauanlagen sind in den Gastraum integriert. Das Blockbräu ist auf Großgastronomie bis 1000 Gäste ausgelegt und erfüllt den Anspruch ohne erkennbare Hektik. Bedienungen sind ausreichend vorhanden und auch bei sich füllendem Haus noch sehr aufmerksam. Ich war begeistert und empfehle es gern weiter. Das Bier wird auch in Flaschen zum mitnehmen, oder in gebrandeten 2l Siphons im Austausch verkauft.

Brauhaus Felsenkeller – Die Biere

Ein super Angebot gibt es bei Rupp-Bräu: Alle Biere bekommt man in einem 0,1l Glas; aber nicht auf der Terasse, sondern nur drinnen. Warum konnte mir keiner erklären. So nun mal zu den Bieren, denn da geht es ja schließlich drum! Und weil es so viele sind in Kurzform:
– Leicht: Hört sich erstmal nicht so sympatisch an, aber es ist gar nicht schlecht, durchaus aromatisch; aber man merkt schon das es leicht ist. Trotzdem eine Alternative.
– Pils: Sehr weich ohne Ecken und Kanten bleibt daher auch nicht in Erinnerung. Aber für sein Wasser kann ja keiner.
– Dunkel: Das hat was, nicht übermäßig malzig aber mit einer schönen Hopfennote.
– Doppelbock: Japp, das ist es. Hell, klar, massiv süß, massig und erstaunlich wenig alkoholisch. Erst im Nachhall. Super lecker fünf Sterne Bock.
– Weizen: Schmeckt wässerig und nach Gummi. Kann aber an der Wechselwirkung mit dem Doppelbock liegen.

Brauhaus Felsenkeller, Lauenau

Das Brauhaus Felsenkeller (früher Rupp-Bräu) in Lauenau gibt es seit 150 Jahren. Das Brauhaus ist in der 5. Generation in Familienbesitz. Es ist auf Groß-Gastronomie mit Blick auf die Kupferkessel ausgelegt. Ein Großparkplatz für Busse, die Nähe zur A2, beste Voraussetzungen. Es werden im Haus Zimmer ab 35€ vermietet. Die Räumlichkeiten sind rustikal, sauber, freundlich und einladend. Die Aussicht von der Terasse über den Deister lohnt sich. Der Service könnte etwas engagierter arbeiten: Trotz unmittelbarer Nähe zur Theke muss ich die Bedienung für jede Bestellung rufen. Gute Servicekräfte sehen, dass etwas fehlt und fragen nach. Das sind aber Kleinigkeiten, insgesammt gefällt mir der Rupp-Bräu ausgesprochen gut. Ein ganz dickes Minus gibt es aber für den Außer-Haus-Service. Das Bier wird nur in 2l-Siphons aus dem eigenen Hause (gebrandet) im Austausch abgegeben. Die Hygiene-Argumente sind alle bekannt, den Preis für den Siphon binde ich mir aber in jeder Brauerei ans Bein, und habe irgendwann den ganzen Keller voller 2l-Krüge. Aber die Argumente sind alle weiter unten nachzulesen.