Kategorie-Archiv: Unterwegs

Aussicht Braukunst live 2016

Morgen ist es wieder so weit. in München findet die BKL2016 statt. In diesem Jahr gibt es einige Änderungen zu den letzten Jahren. Das wichtigste ist der Wegfall der Biermarken. An den Ständen wird direkt mit Bargeld bezahlt. Wer noch Biermarken von 2015 hat, kann mit denen aber im Shop bezahlen.

Viele deutsche Craft-Brauer sind nicht mehr mit eigenen Ständen auf der BKL vertreten. Der Handler „One Pint“ hat aber einen großen Stand, auf dem einige Brauer tageweise anzutreffen sind. Alexander Herold und Oliver Wesseloh leiten eine Masterclass.

Überhaupt sind die Masterclasses wie immer ein Muss, ein Moment der Ruhe und Erholung für die Beine.

Vielleicht gibt es ja auch wieder einen neuen Rekord bei den Besucherzahlen. In den letzten Jahren sah es ja ganz gut aus: 2015 – 8.500; 2014 – 6.400; 2013 – 5.300; 2012 – 3.100. Da könnte natürlich das offenbar recht sonnige Wetter am Wochenende in München einen Strich durch die Rechnung machen. Auf der anderen Seite steht man dann aber im Trockenen vor den Toiletten-Häuschen an.

Alle, die wie ich das Wort Reinheitsgebot nicht mehr hören können und die es auch noch nie interessiert hat, werde gute Nerven haben müssen, da es wohl (auch laut Pressemitteilung) allgegenwärtig sein wird. Na ja Ohren zu und durch.

Ich wünsche allen viel Spaß und allzeit ein glyphosat-freies Bier in der Hand.

Mehr Infos gibt es unter:

http://www.finest-spirits.com/braukunst-live/

Sehr zu empfehlen:

http://www.maennerabend.info/maennerabend-vorschau-auf-die-braukunst-live-2016-in-muenchen/

 

Craftbeer BBQ in Uelzen

Man stelle sich vor, da gibt es ein Craft Beer Festival in Norddeutschland, dass von den Mitgliedern eines sozialen Mediums so richtig gehyped wird. Auch die Brauereien supporten es und der geneigte Craftbeer Fan entscheidet sich dort hinzufahren. Ob mit  Bahn oder Bus ist jetzt erstmal egal. Und dann kommst du dort an, und bei Beginn der Veranstaltung sind von den zuletzt schon dezimierten Brauereien gerade mal fünf am Start und eine baut gerade auf. Da kann einem der Veranstalter doch wirklich leid tun. Und natürlich auch die Craft Beer Fans, die eigens angereist sind. Ich danke jetzt mal den Brauereien, die Ihre Kreationen präsentiert haben. Brlo, Mashsee, Elbpaul, Wildwuchs und Julia von Kehrwider (aufbauend). Ratsherrn hat im Stau gestanden und kam drei Stunden später. Brewcifer und Buddelship haben einige Tage vorher und damit rechtzeitig zum Löschen aus der Teilnehmer-Liste abgesagt. Braukunstkeller erst am Abend vorher. Vielanker und Klindworth sind ohne Abmeldung garnicht erst erschienen. Wenn das die Art und Weise ist, wie man hierzulande mit den Veranstaltern von Festivals umgeht, dann gute Nacht Deutschland.   

Bierfest Wolfsburg

Wenn man schon mal ein Festival vor der Tür hat, kann man auch hinfahren. Auch wenn meine letzte Erfahrung mit den Festivals von Michael Solms eher durchwachsen war. Hannover im letzten und vorletzten Jahr war schon OK und dann dies völlig verregnete Fest in Braunschweig. Und dann muss man immer 0,3l ordern. Und wenn man allein ist, dann ist das echt nervig und muss nicht sein.

Und wenn man dann miteinander redet ist plötzlich alles ganz anders. „Ja das mit den 0,1l in Bodegraven hat mir schon ganz gut gefallen. Ich überlege ob ich das in der Craft Beer Bar mache. Gerade bei den starken und teuren Bieren.“ Ja genau! Finde ich auch. Und hier an deinem Stand auf dem Festival. „Das ist schwierig, zu viel zu tun wenn es voll ist und zu viel Schankverlust. Aber hier kannst du ja alles probieren, bevor du ein ganzes Glas kaufst. Also hier bei mir am Stand.“ Das ist doch mal ein Wort. Dann wird natürlich ein passender Schuh draus. Und mal ehrlich: Der Stand, der hier „Die Längste Theke Wolfsburg“ heißt, ist für den engagierten Craft Beer Verrückten eh der einzige Stand der zählt.

Nationale und internationale Biere von Freigeist, De Molen, Midtfyns, Robens Kerkerbräu, Mashsee und und und. Super!

Highlight ist das Eau der Janeiro von Freigeist. Da hat der Sebastian Mango-Püree für mehrere tausend Euro verarbeitet. Genial. Sehr zum Ärger des Colaborationspartners 2Cabecas aus Brasilien, wie Sebastian in Köln zum Besten gegeben hat.

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Leider war ich mit dem Auto da. Also wiederhole ich das ganze noch mal in Winsen am nächsten Wochenende. Kombiniert mit dem Craft Beer BBQ in Uelzen. Wenn die Züge von der Metronom wieder repariert sind. 😉

Borefts Beer List mit Untappd-Links

Kennt ihr das auch: Auf dem Festival wird ein Bier getrunken und in Untappd eingetragen. nach der vierten Suche ist das Bier immer noch nicht gefunden oder die Verbindung ist so schlecht, dass datenintensive Operationen erst gar nicht durchgeführt werden.

Die Wishlist schafft da Abhilfe. Vorher einfach alle Biere die euch interessieren auf die Wishlist ziehen und einfach und strukturiert durchprobieren.

Um die Wishlist zu füllen habe ich euch mal die Links von allen Bieren vom Festival (die ich gefunden habe) in ein PDF gespeichert und hier auf den Server gelegt.

Einfach hier herunterladen:

BoreftsBeerList (PDF)

BoreftsBeerList (Excel)

PDF öffnen und auf einen Link klicken. Im Browser öffnet sich Untappd, wo ihr euch beim ersten Mal einloggen müsst. Danach einfach auf das Pluszeichen klicken, aufs Festival gehen und die Liste durchprobieren.

 

Festival der Bierkulturen 2015

Heute sind Harri Hurtig und ich auf dem 6. Festival der Bierkulturen in Köln. Der Andrang ist unglaublich. Um 18:00 Uhr musste der Organisator Peter Esser von der Braustelle auf der Venloer Straße einschreiten und nur noch so viele Besucher einlassen, wie vorher das Gebäude verlassen haben. Craft Beer scheint sich langsam herum zu sprechen oder all die Craft Beer Junkies habe gemerkt, dass es da ja noch das älteste Craft Beer Festival Deutschlands gibt und strömen in Massen herbei.

In diesem Jahr gibt es wieder unglaublich abgefahrene Biere, wie das „Athym“ von der Siegburger Brauerei, dass durch den Thymian nach Pizza schmeckt. Abgefahren, aber bestimmt nicht mein Lieblingsbier. Aprops Lieblingsbier: Bei Heidenpeters steht heute der Felix vom Endt am Zapfhahn und bringt die leckeren Biere aus der Markthalle 9 aus Berlin mit. Direkt daneben steht Braumeister Mathias Richter vom Bayerischen Bahnhof aus Leipzig und hat mein persönliches Bier des Festivals dabei – mal wieder. Es gibt den inzwischen ein Jahr lang gereiften Goseator in vier verschiedenen Varianten: In Stahl gelagert, im Aquavit-, Rum- oder Tequillafass. Die beiden Letzten gibt es erst morgen am Hahn, aber die Aquavit-Variante überzeugt heute schon nachhaltig.

Sehr interessant ist ein Stand der Kölner Bierhistoriker e. V. mit zwei exzellentn Sauerbieren: einem Kupp und einem Wheat-Porter.

Nach all den hervorragenden Bieren (es werden wohl schon so um die 20×0,1l sein). Brauche ich allerdings ein trockenes IPA um von den vielen Getreide und Würz-Varianten wieder herunter zu kommen. Und da kommt ein Amarsi wie gerufen. Es ist sicherlich abgefahren zu behaupten, man könne sich mit dem Braukunstkeller IPA „neutralisieren“, aber das ist offenbar irgendwann das Schicksal einer verwöhnten Zunge. Cheers!

Braukunst Live 2015

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Und auf geht’s mit der BLK natürlich mit dem Rundgang samt Veranstalter bei einem der Sponsoren. Pilsener Urquell hat, wie in jedem Jahr die unfiltrierte Variante des Bieres mit was nicht sonderlich originell ist, in diesem Jahr aber ganz besonders heftig nach Diacetyl schmeckt. Sicher ist das Teil des Bierstieles eines tschechischen Pilseners, nicht nur meiner Meinung nach aber deutlich über dem Limit.

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Deutlich leckerer im Geschmack ist das „Very White Pornstar“, ein Wit als Kollaborations-Sud der Mashsee Brauerei und dem Craft-Hans. Wer von denen nur mit dem Namen gemeint ist konnte ich nicht herausfinden, bin mir auch nicht mehr sicher, ob ich es wirklich wissen will.

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Mit deutlich zahmerem Namen aber wilderem Alkoholgehalt kommt das „Sweet16“ über die Theke. Ein Eisbock mit satten 16% Alkohol, der wunderbar unaufdringlich in Malzbett eingebunden ist. Nur mit dem Geruch habe ich meine Probleme. Der findet sich aber im Geschmack nicht wieder und wird hiermit offiziell unter den Teppich gekehrt.

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Sweet16 hier noch mal im Bild. Für einige das beste Bier der Veranstaltung. So weit will ich aber nicht gehen.

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Unglaublich viele leckere dunkle Biere gab es auch in diesem Jahr wieder Dolden Dark, Nögne Ö (keine Ahnung, wo ich das durchgestrichene O finde) Imperial Stout, das Ganze auch barrelaged vom Braukunstkeller oder als Erinnerung an Rory Gallagher vom Bierzauberer.

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In letzterem Falle aber mit Muskat und Paradieskorn (auch Guineapfeffer oder Meleguetapfeffer genannt, sind die getrockneten Samen, die als Gewürz und Droge verwendet werden [Wikipedia]) Passt ja auch wieder zum Thema Musik. 😉

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Am Ende des Tages ging es dann nicht nur unter meine Hobbybrauer-Stammtisch-Kollegen aus Hannover hoch her, sondern auch auf der After-Show-Party im Bold-Hotel.

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Diesmal sogar mit einem ganz besonderen Sud, der von Daniel Jacob (Wampenbräu, Usox Bierblog) speziell für diese Party eingebraut wurde. Es war das 88 Bold Nights, ein Imperial IPA mit 88IBU und 8,8% Alkohol mit Herkules, Galaxy, Vic Secret, Green Bullet und T’n’T gehopft.

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Dann kam der gefürchtete Sonnabend an dem ja auf gar keinen Fall jemand auf die BKL kommen sollte, weil es ja so unfassbar voll werden sollte, dass sicherlich keiner mehr hereinkommt. Unerschrockene mussten dann auch tatsächlich eine Stunde auf Einlass warten. Ich selber habe 20 Minuten gebraucht um eingelassen zu werden. Alles halb so schlimm, schließlich schien die Sonne und wir haben uns nett miteinander unterhalten.

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Nun stand „Bekannte treffen“ an erster Stelle. Volker, Robert, Nina, Garret, Tobi. Tipps vom Vortag ausgetauscht und gemeinsam verkostet.

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Sehr interessant fand ich bei Joh. Barth eine Möglichkeit sechs verschiedene Hopfensorten im kalten Bereich gegeneinander zu verkosten. Einmal in einem Weißbier und einmal in einem Lager.

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Eine Sache, die mich extrem gestört hat, war die Tatsache, dass um 30 Minuten vor Schluss „last Order“ war. Zu diesem Zweck lief Security mit einer mehr als aufdringlichen Glocke durch den Saal und zerstört für meine Begriffe jäh die wirklich gute und entspannte Atmosphäre, was noch durch grelles Arbeitslicht unterstützt wurde. Zudem sind 30 Minuten „last Order“ vielleicht angebracht, wenn man noch einen halben Liter bestellt, aber nicht bei 0,1l die in der Zeit schlimmstenfalls verdunstet. Dann beim nächsten Mal ehrlicherweise die Öffnungszeiten um eine halbe Stunde verkürzen und sich Glocke, wie sie im Mittealter von Aussätzigen benutzt werden musste, sparen. Da waren nicht nur die dänischen Brauer belustigt. Den Spott von Sebastian kann man sich vorstellen!

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Am letzten Tag blieb mir noch einiges Versäumtes nachzuschmecken, wie z.B. das exzellente Saison der Clinica aus Rumänien,

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sowie zwei hochinteressante Vorträge von Bierkompass und Schneider Weisse. Letztere mit einer Kombination aus „Pflanzerln“, in diesem Falle Fisch und Fleisch am Stiel mit gelierter Sauce. Ja, nicht wirklich was für Vegetarier. Das Bier dazu war abgesehen vom Mathilda Soleil auch nichts Neues. Dafür war das Auge erfreut.

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Zum Abschluss bleibt mein Bier des Festivals zu küren: Das unglaubliche Grapefruit Sculpin von Ballast Point Brewing, das auf dem Stand von Bier Deluxe vorgestellt wurde und demnächst ganz sicher das innere meines Bierkühlschrankes zieren wird.

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Viele Probleme der letzten BKL wurden gelöst. Wasserspender, Restbier-Kanister wurden sinnvollerweise von anderen Festivals übernommen. Durch den gedämpften Andrang am Sonnabend minimierte sich auch die Wartezeit vor den Dixis. Wenn jetzt noch der Rauswurf etwas gefühlvoller ausfällt, habe ich nichts mehr zu meckern. Cheers!

Auf ein Zoigl beim „Lingl“

Sonntag Mittag auf dem Rückweg vom Craft Bier Fest in Wien, Autobahnabfahrt Altenstadt a.d. Waldnaab. Klar hat Windischeschenbach auch eine eigene Abfahrt, aber wir wollten auch noch ein wenig Landstraße durch die sanften Hügel der Oberpfalz mitnehmen bevor wir das tiefste offene Bohrloch der Welt — ignorieren und dafür lieber einen Zoigl trinken.

Ein Blick in den Zoiglkalender verrät uns, dass heute in Neuhaus der Lingl „Dienst“ hat. Nachdem ich mich dem Volkswillen gebeugt habe und mein Auto wieder aus dem absoluten Halteverbot entfernt habe (Spießer!), gab es zur Belohnung einen leckeren Zoigl. Goldgelb, untergärig, schäumend und würzig frisch aus dem eigenen Lagerkeller. IMG_0920 Beim Leberkäs-Wurstsalat und Obatzten mit Brezel sinnierten wir über die Nutzungsrechte des Kommun-Brauhauses und die Anzahl der Schank-Termine. Vor allem, wenn es nur einen Wirt, wie zum Beispiel in Eslarn gibt. Bevor wir uns in Vermutungen verlieren fragen wir den Wirt Klaus Bauer, der uns ausführlich Auskunft über das Kommunbrauwesen in Neuhaus gibt.

Währen dieser anhebt und irgendwas von Landgrafen und dem 13. Dezember 1415 erzählt, schaue ich ihn interessiert an und vergesse das Vorgetragene, weil ich kein Historiker bin und „The Brain“ gerade rauchen ist. Steht alles auf unserer Webseite sagt der „Lingl“, als ich erneut nachfrage weil wir wieder vollständig sind. IMG_0915 Besitzer des Kommun-Brauhauses ist beileibe nicht die Gemeinde, sondern, in Neuhaus, ein Verein. Nutzungsberechtigt sind 25 Grundstücksbesitzer im Ort. Das Braurecht ist an das Grundstück gebunden. Sieben Wirte schenken den Zoigl in ihren Stuben nicht gerade beengten Stuben aus. Jeder Wirt hat ca. 10 Termine im Jahr.

Wir fragen uns, was mit den Stuben in der restlichen Zeit passiert, vergessen aber zu fragen. Das Brauhaus wird über ein Kesselgeld finanziert. Es kann theoretisch jeder Brauberechtigte selber brauen, in der Praxis gibt es aber vier Brauer, die von dem jeweiligen Wirt beauftragt werden. IMG_0910 Aber auch die Brauberechtigten, die keinen Ausschank haben, lassen sich ein- bis zweimal einen Sud brauen und teilen sich diesen zwischen drei bis vier Familien auf. Und weil es ein Verein ist und nichts amtliches, gewähren die Mitglieder einem weiteren Mitbürger, ausnahmsweise und nur einmal im Jahr, das Braurecht weil dieser zur Zeit das Malz zuliefert.

Im Gegensatz zum Vereins-Brauhaus von Neustadt, gehört das Brauhaus im Mitterteich der Gemeinde. So kommt es, dass jeder Grundstücksbesitzer das Braurecht hat. Schade, dass es nur von einem Dutzend Einwohner genutzt wird und in nur vier Zoiglstuben ausgeschenkt wird.  Und das bei immerhin fast 7000 Einwohnern.

Buch:
Der Zoigl – Bierkult aus der Oberpfalz
von Wolfgang Benkhardt

Link:
Zoiglwirtschaften in Mitterteich
Zoigl in Neuhaus

2. Craft Bier Fest Wien

Am 21./22. November fand auf 2000m² in der Expedithalle der ehemaligen Ankerbrot-Fabrik das 2. Craft Bier Fest Wien statt. Die im Wiener Faltblättchen der Sehenswürdigkeiten, das jeder Tourist an der Hotelrezeption in die Hand gedrückt bekommt, als Loftcity bezeichnete Location, beherbergt auch im Alltag Kunst und Kultur. Dies ist auch an diesem Wochenende nicht anders, nur in flüssiger Form.

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Mehr als 1000 Besucher (wage Angabe aus dem Standard) sahen 71 Brauereien aus 11 Ländern, die aber nicht alle anwesend waren, sondern durch Bierverlage vertreten. Oft waren aber deren Brauer oder Besitzer an den Ständen. Soweit die Zahlen aus den Medien. Ich kann nur Sagen es war voll, aber man konnte sich noch bewegen. Bei der Größe der Halle bleibt noch Luft nach oben. Dann allerdings sollte die Kapazität der Herren-Toiletten erweitert werden.

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An allen Ecken der Halle standen Speidel Gärbehälter mit Wasser zum Spülen der Gläser und zugehörige Eimer zum Entsorgen von Bieren, mit deren Alkohol man sich nicht belasten wollte. (Ich warte noch auf den Moment, an dem jemand den „Cuvée“ probiert.) Die Eimer sollten dann allerdings auch zeitnah ausgeleert werden, weil jeder den Inhalt seines Glases noch auf den überlaufenden Behälter kippt. Ich auch. Sieht ja auch blöd aus, wenn man den Inhalt einfach auf den Boden schüttet.

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Das Nordbier-Gebiet wurde durch Spent Brewers Collective (mit dem sensationellen 1312), Flying-Turtle und Bieren von Schoppebräu vertreten.

Eyecatcher war das Theken-Fahrrad von Dan Stein. Die Idee des Flying Turtle CEO hinter der mobilen Theke ist der direktere Kontakt mit dem Kunden, da die Barriere der klassischen Theke entfällt. Mit Musik aus dem Verstärker im Kühlergrill wird die Aufmerksamkeit für das Fossil noch verstärkt. Warum Fossil? Weil die Schildkröte für Dan Stein das deutsche Bier widerspiegelt. Eine Symbiose aus etwas Alten und etwas Guten, dass lange Überlebt hat und doch ein bisschen Steif ist.

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Spent Brewers Collective konnte nach lösen einer „Hopfen-Ver-Stopfung“ in der Zapfanlage, doch noch mit allen Bieren an den Start gehen. Also beim nächsten Mal ein Hopfensäckchen verwenden! :-) Sensationell und eines meiner vier Lieblingsbiere des Festivals, ist das 1312 Herbst Gruit. Mit dem Wegerich schmeckt es zwar wie Hustensaft, aber wie ein richtig leckerer.

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Die Anderen waren das Hanfbier von Brauschneider, weil es nicht diese dumpfen, staubigen Aromen anderer Hanfbiere hat, sondern spritzig und erfrischen zitrus-aromatisch schmeckt. Auch der ausgedehnte Vortrag über den historischen Bierstiel war informativ und anregend.

Sehr lecker war auch die Gose der Brauwerk, gebraut von Martin Simon. Brauwerk ist die Craftbeer-Brauerei der Ottakringer, die mit ihrem kleinen 10hl Sudwerk verkaufbare Mengen produzieren können, die mit einem 450hl Sudwerk der Mutter-Brauerei unverkaufbar wären.

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Als Gose-Fan  habe ich natürlich auch die Power-Gose von Günther Thömmes unter die Besten gewählt. Der erste Auftritt des Bieres in der Öffentlichkeit war ein voller Erfolg. Nicht nur in meinen Augen.

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Die Top 5 werden durch das Backbone-Splitter vervollständigt, das ich deutschen Craftbeer-Fans nicht weiter vorstellen muss. Christian Hans Müller wird es ja gemerkt habe, dass ich alle Besucher, die mich nach meinen Lieblingsbieren des Festivals gefragt haben, vor seinen Zapfhahn geschoben habe.

Noch ein paar Links:

Trailer für den Film zum Fest

Beitrag auf ProBIER.at

Film von ProBIER.at

Fotos in der Wiener Zeitung

Artikel im derStandard.at

Beitrag aus ORF Heute Leben

Schöntrinken.at

 

 

 

 

Tschechien: Gutes Bier trotz Touristen-Auftrieb

Der Besuch in tschechischen Gasthausbrauereien ist den zeitlichen Aufwand wert. Günstige und gute Biere (ca. 1€/0,5l), genauso günstiges Essen, Übernachtung im Hotel ebenfalls, die in einer Pension fast geschenkt. Die Qualität des Bieres ist durchweg gut, wenn auch nichts für den Craftbeer-Fan. Das Bier der Chordova fand ich sehr süß und anstrengend auszutrinken, hat aber diverse European Beer Stars bekommen. Sicher wird es gestopfte Biere geben, in den beiden Brauereien, die ich besucht habe gab es die allerdings nicht. Sprachlich gibt es Hürden, Deutsch wird von einigen gesprochen (Bedienungen, Rezeption), Englisch habe ich nicht gehört.  

Nach dem Beitrag von Robert habe ich mich am letzten Wochenende auf den Weg in das nord-westliche Böhmen gemacht, um mir die Bier-Szene aus der Nähe anzusehen. Ich habe zwei Brauereien besucht.

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Pivovar Chodowar ist ein Touristen-Tempel. Eine Brauerei (Besichtigung 14Uhr), Bier-Wellness, Hotel, Shop und zwei Restaurants sind angeschlossen. Eines der Restaurants ist die alte Mälzerei, die bis 1860 zur Malzherstellung genutzt worden ist. Das zweite Restaurant ist der Felsenkeller, aus dem 12. Jahrhundert, in dem bis heute die Nachreifung des Bieres erfolgt. Im Eingangsbereich des Felsenkellers befindet sich eine Ansammlung von Exponaten. Ich möchte nicht so weit gegen, das als Museum zu bezeichnen.

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Die Touristen werden Busse-weise durch den Felsenkeller gescheucht. Im Restaurant an der Hauptstraße ist es etwas ruhiger.

Die angebotenen Gerichte sind sehr lecker, günstig und nicht zu mächtig, so dass man sich auch mehrere Hauptgerichte gönnen kann.

Alternativ zum Hotel kann man auch in einer Pension direkt vor den Toren übernachten, noch einmal zum halben Preis.

Die Ausstattung von Restaurants und Hotel ist sehr schön und liebevoll gemacht, alles ist sehr sauber. Beim Frühstück würde ich mir mehr Tische wünschen. Hier ist an einem Sonntagmorgen enges Zusammenrücken angesagt, und auch dann bekommt nicht jeder einen Sitzplatz. Das Auto kann im Innenhof gegen geringe Gebühr auf einem bewachten Parkplatz abgestellt werden

Kynspersky Pivovar  ist eine junge Brauerei, die erst 2013 eröffnet worden ist. Auf dem Gelände befindet sich ein Shop, ein Restaurant mit Biergarten und Saalbetrieb.

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Das Bier war deutlich trockener als in der Brauerei in Chodovar. Es gab auch ein Grünhopfen-Bier, das sehr schön würzig und frisch war. Die anderen Biere waren gut, haben aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Zur Brauerei gehört kein Hotel, ich habe aber am Eingang Wegweiser zu diversen Pensionen gesehen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es hier Probleme mit der Sprache gibt, da schon in der Brauerei nur mäßig Deutsch und gar kein Englisch gesprochen wurde. Oder vielleicht wollte auch einfach keiner.

Zu den Speisen kann ich nichts sagen, da ich vom Vorabend und Frühstück noch dermaßen bedient war, dass es gefährlich gewesen wäre noch nachzulegen.

Fazit: Das Gebiet um den Kaiserwald ist wunderschön. Wer keine Offenbarungen vom Bier erwartet, bekommt leckere meist malzbetonte Biere, die sich hinter unseren nicht verstecken müssen. Für einen längeren Aufenthalt fehlen mir an beiden Destinationen die touristischen Attraktionen, die gibt es aber spätestens in den umliegenden Städten. Für Wanderer ist der Böhmerwald, Kaiserwald, Vogtland und Erzgebirge in wenigen Autominuten zu erreichen.

Besuch aller Brauereien im Böhmischen Bäderdreieck in CZ

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Hier meine Tips zur Brauereitour (aller Brauereien) im Böhmischen Bäderdreieck. Alle Brauereien von mir bereits besucht und sind auch sehr gut mit Zug erreichbar, dann nur wenige Minuten zu Fuß. Tschechien ist für unsere Verhältnisse noch enorm günstig, z.B. bei Pivovar Hastrman das IPA 0,3L ca. 0,80€  – bei Pivovar Kynsperk ein Biergericht mit Kaninchen in Biersoße mit einigen Knödelvariationen und 2 Krautbeilagen für 9€ und Übernachtung mit Frühstück im EZ immer für 25-35€ recht leicht zu bekommen.  Die beschriebenen Info’s sind natürlich nur aus meinen Eindrücken heraus zusammengestellt. Kann natürlich jeder selbst seinen vermutlichen Favorit im Vorfeld ausklügeln … oder alle versuchen ein Besuch abzustatten, die Entfernungen untereinander halten sich in Grenzen.

So jetzt kommt Fußball Deutschland – Irland (EM-Quali)…