Kategorie-Archiv: Gasthausbrauereien

Buch – 100 Beste Biere Bayerns

Ich war schon etwas überrascht, als ich ein Buch über bayerische Biere in einem, an Nordbier adressierten Briefumschlag vorgefunden habe. So richtig Norddeutschland ist Bayern ja nun nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen. Schließlich hat die letzte Umpolung des Erdmagnetfeldes von einer dreiviertel Million Jahren auch nur hundert Jahre gedauert. Da ich so lange aber nicht warten kann, habe ich heute schon mal in das Buch geschaut.

Der Journalist Harald Schieder und Marketingspezialist Tommy Lenssen haben sich auf den Weg durch Franken, Schwaben, Bayern und die Oberpfalz gemacht um ihre Lieblingsbiere zu finden. Alles sehr subjektiv. Oder doch nicht?

Nach einer kurzen Einführung, in der definiert wird, was für die Beiden ein gutes Bier ausmacht, werden 100 Biere und deren Brauereien nach Bierstilen geordnet beschrieben. Dabei werden Besonderheiten bei der Herstellung aufgeführt, die das Bier zu einem Geschmackserlebnis machen. Wobei das Geschmackserlebnis nicht zwangsläufig aus extremen Aromen besteht, sondern auch und vor Allem in einem sauber gebrauten Bier mit einem klaren Geschmack.

Zu jedem Bier gibt es in einem kleinen grauen Kasten ein paar Stichworte zu Farbe, Nase und Geschmack. Außerdem die Anschrift der Brauerei und ein Gasthaus, in dem man es verkosten kann, was nicht selten identisch ist, weil viele der genannten Brauereien Gasthausbrauereien sind. Na wenigstens eine kleine Gemeinsamkeit mit der ursprünglichen Intention dieses Blogs.

Ein Index und (ganz wichtig) eine Landkarte mit den Brauereien beenden das Buch. Die Landkarte ist sowieso ein Muss für alle, die viel unterwegs sind und mal eben einen Abstecher von der Autobahn einschieben können um das Beschriebene zu verifizieren.

Insgesamt kann man natürlich sagen, „ja, ein weiteres Buch, dass irgendwelche Biere beschreibt“, man kann es aber auch als Wanderführer durch die Bierwelt Bayerns sehen und sich davon inspirieren lassen.

Harald Schieder und Tommy Lenssen
100 Beste Biere Bayerns
Hans Carl Verlag
ISBN 9783418001241

100 Beste Biere Bayerns

 

Martfelder Hausbräu -Braggot

Ich bin heute auf unserem Hannöverschen Hobbybrauer-Stammtisch im Brauhaus Ernst-August. Mein Bier des Tages ist klar das Braggot vom Martfelder Hausbräu. Martfeld ist vier Kilometer vom Schwerpunkt Niedersachsens entfernt. Torsten braut sonst nur nach dem sogenannten RGH (ja ich habe ein orangenes Buch gelesen 😂); aber jetzt macht er ernst und hat ein superleckeres Braggot mit zum Treffen mitgebracht. Leichter Kaffee und Trockenfrüchte in der Nase und Karamell und Pflaume am Gaumen. Leicht säuerlich und ein Hauch von Rauch. Also ich habe schon fünf Liter-Flaschen geordert! 😇 Cheers. 

Xoco satt beim Hobbybrauertreffen im Craft Beer Kontor

Am 14. Dezember 2014 luden Kolja und Alexander (der leider nicht dabei sein konnte) den 1. Hannöverschen Hobbybrauerstammtisch zu einem Treffen in die Räume der Mashsee Brauerei/Craft Beer Kontor ein. Mehr als 15 Heimbrauer fanden rund um den, aus einem Stück Bowling-Bahn gefertigten, Verkostungstisch Platz.

IMG_1010

Auf dem Programm stand eine umfangreiche Auswahl von Hausgebrautem und Spezialitäten der Mashsee Brauerei sowie eine große Anzahl von Craft Bieren aus aller Welt. Michaels Obatzter-Häppchen und mobile Pizzen retten uns bei der Fülle der Leckereien vor dem Untergang.

IMG_1011

Michael übergab bei dieser Gelegenheit Wimpel und Adress-Buch an Christian, der damit neuer Gralshüter der Stammtisch-Gemeinschaft wurde. Eine Wahl gab es nicht, wir sind ja schließlich kein Verein. Außerdem hat sich Christian um den Stammtisch mehr als verdient gemacht, stellt er doch für gewöhnlich den Großteil der zu verkostenden Biere.

IMG_1007

So brachte er aus diesmal reichlich Schätzchen aus seinem Keller mit, die zum Teil schon einige Reife erfahren haben. Den Beginn machte des Waldhonig Tripel, der sehr trocken war und heftig karbonisiert mit wunderbaren Honignoten. Außerdem den Wiener Teufel, ein Lager  dem, wie dem Pale Ale Eichenchips zugegeben worden. Zudem das überaus leckere Sweet Milk Stout, ein Imperial Pils mit 90 IBU. Das Hop Grenade hatte gar 120 IBU. Ein Wit und der April Bock waren nicht das Letzte was Christian auf den Tisch stellte, aber hier brechen aus unerfindlichen Gründen meine Aufzeichnungen ab.

IMG_1024

Der Gastgeber lud nach einer Vorstellungsrunde zu Trainingslager und Xoco ein. Das Xoco (Schoko gesprochen) ist ein wunderbar malziges IPA mit Schokoladen-Aromen, dass in die Weihnachtszeit passt und das neuste Produkt der Maschsee-Brauerei. Kein Vergleich mit dem Probesud aus dem Hahndrang vor Monaten. Das Xoco gab es schon beim Brausturm Tap Takeover und ist ab Freitag in der Flasche erhältlich.

IMG_1015

Rainer begeisterte, vor allem mich, mit einem säuerlichen (R)IPA mit fünf verschiedenen Hopfensorten und dem Roten Oktober mit Melanoidinmalz.

Thorsten brachte mit dem Ernte 2014 ein Bier mit Hopfen aus eigenem Anbau mit, das sehr schön rund und malzig war.

Michael brachte ein experimentelles mit Saphir kaltgehopftes Gilde halb und halb mit, dass in der Filter-Spül-Phase beim Produktwechsel zwischen Schwarzbier und Pilsener abgefallen ist. Ein sehr witziger Einfall.

Jens und Robert spendeten einen Kasten mit den aktuellen 0,3l Abfüllungen aus dem Kerkerbräu. Das Snow Man, ein Bock mit 6,9% Alkohol, das 2nd gear ein kaltgehopftes Pale Ale und Sink The Fish ein Double IPA, bei dem auch Christian seine Finger mit am Kessel hatte. Vom Fass gab es noch das Raketa mit Columbus, Citra und Amarillo.

IMG_1014

Der Autor selbst brachte das Spicy Hokkaido, eine Co-Produktion mit Harry Hurtig, und die letzten Flaschen des Pale Ale in der Amarillo/Cascade-Variante mit auf den Tisch.

Nach einigen Bieren aus den Regalen des Craft Beer Kontors, habe ich mich vertrauensvoll in die Hände der Öffentlichen begeben, die mich sicher nach Hause brachten.

IMG_1028

Mir bleibt Kolja für den gelungenen Stammtisch zu danken und denke, dass dies treffen noch lange in Erinnerung bleibt. Es war zwar nicht das Treffen mit den meisten Teilnehmen, sicher aber dass, mit den meisten verschiedenen Bieren.

 

Whisky Gose – Brauhaus Goslar

Odin Paul, Braumeister und Inhaber des Brauhaus Goslar, experimentiert gern mal mit interessanten Aromen. Mal wird daraus ein Bock, mal wird sie mit Hopfen gestopft, zuletzt ein Chilli-Chocolate-Bock. Auf dem 3. Biersyposium in Bamberg stellte Wilhelm Eder ein, auf Buchen-Chips gelagertes, Bier vor. Das nahm Odin Paul als Inspiration für eine besondere Gose zum Advent.

brauhaus goslar logo

Heute, am Nikolaustag wurde die Whisky-Gose angestochen. Es ist ein Gose-Bock auf Buchenholz-Chips mit Burbon-Aromen das im Teku serviert wird . Die ungetoasteten Chips haben die Gose mit 3g/l und 7 Tagen Lagerzeit nur dezent aromatisiert. Das Holz harmoniert dabei hervorragend mit dem Koriander. Der Whisky beißt sich allerdings ein bisschen mit dem Salz. Aber wie sagt man so schön? Ecken und Kanten geben dem Bier Charakter. Lecker!

Brauhaus Lüdde – Quedlinburg

Mitten dem größten zusammenhängenden Fachwerk-Gebiet Europas liegt das Hotel und Brauhaus Lüdde. Im Gastraum befindet sich die Brauanlage – ich habe nicht gefragt, ich tippe aber mal auf 15-20hl – angrenzend und aus dem Gastraum sichtbar, Gär- und Lagerräume.

IMG_0714.JPG
Der Gastraum ist ein, in Industrie-Architektur designter überdachter Innenhof und gliedert sich in einen Sitzbereich, verschiedene Stehtische an der Bar und an der Brauanlage und eine Empore.
Die Getränkekarte beinhaltet drei Biere die ständig am Hahn sind sowie verschiedene Saison-Biere von denen aber zum Zeitpunkt meines Besuches keines verfügbar war.
Das zweifelhafte Vergnügen den so genannten „Pubarschknall“ ein Chemie-Braunbier mit 1% Alkohol, zu trinken hatte ich schon bei einem früheren Besuch. Wer einen Bier so einen bekloppten Namen gibt, der kippt auch Farbstoff und Saccharin rein. Ich bin ja kein Freund des Reinheitsgebot es, aber natürliche Zutaten sollten es dann schon sein!
Bei diesem Besuch probierte ich das Schwarzbier, was durchaus trinkbar war, aber kein sensationelles Aroma hatte, dafür aber wieder so einen Fäkalnamen, den es nicht wert war sich zu merken.
Lecker und empfehlenswert war das angebliche Pilsener. Ein naturtrübes, gut gebittertes, niedrig gespundetes Bier, mit nussigem Charakter, dass in meinen Augen ein Kellerbier ist.
Meine Empfehlung: Wer schon vor dem Brauhaus steht, sollte einmal hineingehen um einen Pilsener zu trinken, dafür aber extra hin zu fahren ist die Mühe nicht wert.

Mashsee Brauerei/Craft Beer Kontor

IMG_2671 Am 26.04.2014 wurde das Craft Beer Kontor in Hannover, Schlägerstraße 17 von Diplom-Braumeister Kolja Gigla und Biersommelier Alexander Herold eröffnet. Soweit die Fakten. „Gut, Craft Beer – da fährst Du mal hin“ dachte ich mir. Das es in den Räumen auch eine Brauerei gibt war mir auch klar, aber als ich die Ausschank gesehen habe, da haben die Augen doch geleuchtet. Verzückt habe ich festgestellt, dass das hier ja was für Nordbier.de ist. 

IMG_2661Erstes Bier aus der Mashsee Brauerei ist das Trainings Lager. Herrliche Wortspielereien sowohl der Name der Brauerei als auch der des ersten Bieres. „Das ‚Training‘ steht sowohl für uns, weil es unser erstes Bier ist, als auch für den Konsumenten“ sagt Gigla, weil es ein „leichter Einstieg in die Welt anspruchsvoller Handwerks-Biere“ sein soll. So steht es auf dem Rückenetikett der Flasche. Das 150l Sudwerk, eignet sich als Experimental-Brauerei und für die Entwicklung. Die 40hl für den Verkauf wurden in der Rupp-Brauerei in Lauenau hergestellt und in der Schaumburger Brauerei in Stadthagen abgefüllt.

IMG_2659Schock! Doch nichts für Nordbier? Doch! Die Sude aus dem eigenen Sudwerk werden neben dem Kuckucksbier an den eigenen Hähnen ausgeschenkt. Die Termine dazu werden über die eigene Webseite (sobald sie existiert) und über Social Media verbreitet. Die Brauanlage soll im Übrigen nicht nur zur Entwicklung eigener Rezepturen verwendet werden, sondern auch für Kollaborationen mit anderen Brauern. Besonders gespannt ist Kolja Gigla auf die Zusammenarbeit mit Hobbybrauern und spricht in dem Zusammenhang den Namen aus, der mir auch sofort durch den Kopf schießt – Christian Krause. Auf das (oder die) Bier(e) bin ich tatsächlich sehr gespannt und da verweise ich mal auf http://brunnenbraeu.eu/?p=964.

IMG_2666Wie kam es überhaupt zu der Idee und wann, frage ich und höre erstaunt, dass die Idee noch gar nicht so alt ist. Auf dem Craft Beer Day in der Malzfabrik in Berlin haben sich die Beiden erstmals getroffen. Das war im September 2013. Gigla arbeitete in der VLB Berlin in der Versuchsbrauerei und war an dem Punkt, an dem er etwas Eigenes auf die Beine stellen wollte. Da kam der Kontakt zu Herold im rechten Moment.

Die Beiden habe in der Zeit tatsächlich ganze Arbeit geleistet. An der Hofeinfahrt hängt das Logo des Kontors. Im Verkaufsraum dominiert der Schriftzug der Brauerei in Hochglanz. Es gibt gebrandete Becher und Pokale, selbst die Kronkorken sind bedruckt. Das nenne ich mal Liebe zu Detail von Anfang an.

IMG_2673Das Kontor ist Mi-Fr 12-19 und Sa 10-16 Uhr geöffnet. Im Kontor werden zu den eigenen Bieren deutsche, belgische, britische und amerikanische Biere angeboten. Von Anchor, Fullers, Sierra Nevada, Brew Dog, Boon, Braukunstkeller, Hopfenstopfer, Müller, Schoppe und Müllerschoppe, Riegele, Crew bis zu lokalen Bieren von Robens Kerkerbräu ist hier vieles zu finden.

IMG_2674

Bleibt noch dem jungen Unternehmen viel Erfolg zu wünschen, was natürlich auch nicht ganz uneigennützig ist. Endlich ein Craft Beer Laden in weißen Fleck Niedersachen praktisch vor meiner Haustür.

IMG_2665